N26 hat sein Büro für das Brasilien-Geschäft in Sao Paulo (Bild: sergio souza/Unsplash)

N26 erhält Banklizenz in Brasilien – und könnte endlich durchstarten

Nach langer Vorbereitung hat N26 eine Lizenz der brasilianischen Aufsichtsbehörden bekommen und darf nun mit seiner Banking-App starten. Wann die Berliner Firma launcht, ist trotzdem offen – denn die Smartphone-Bank fokussiert sich mittlerweile auf die Kernmärkte in Europa.

N26 dürfte nun endlich im Massenmarkt Brasilien starten. Ende Dezember erhielt das Berliner Startup von der Zentralbank seine entsprechende Lizenz. Zuerst hatte die brasilianische Finanzzeitung Valor darüber berichtet. Einzelheiten zum Marktstart in Brasilien wolle das Unternehmen aber erst gegen Ende des ersten Quartals 2021 bekannt geben, teilte ein Sprecher mit.

Ursprünglich war der Launch in Brasilien für Ende 2020 angedacht, doch er verzögerte sich. Gründer und CEO Valentin Stalf hatte zuletzt die Erwartungen gedämpft, die Brasilien-Expansion sei zunächst vom Tisch, sagte er noch Mitte Dezember der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir werden uns im kommenden Jahr auf unsere Kernmärkte fokussieren – Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien.“

Nun hat die Berliner Bank zumindest die Erlaubnis, in Brasilien zu starten. Die SCD-Lizenz („Sociedade de Crédito Direto“) ist eine vor zwei Jahren von der brasilianischen Zentralbank für Fintechs eingerichtete Sonderlizenz, die eher einer Kreditlizenz ähnelt als einer vollwertigen Banklizenz. Eine Partnerbank wie in den USA braucht das Fintech trotzdem nicht, es kann ohne fremde Hilfe launchen.

In Brasilien ist für N26 viel zu holen

Nach Informationen von Finance Forward kam die Lizenz für das Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt überraschend. „Dieser wichtige Meilenstein macht das Team vor Ort unabhängiger und flexibler“, sagt ein Sprecher auf Anfrage. „So können sie ein Angebot entwickeln, das perfekt auf die Bedürfnisse der Menschen in Brasilien zugeschnitten ist.“

Stalf hatte bereits vor zwei Jahren den Marktantritt in Brasilien angekündigt, er könnte ein starkes Wachstum bringen. Das Land hat mehr als 200 Millionen Einwohner – viele davon besitzen zwar ein Smartphone, aber noch kein Konto. Umstände, unter denen Konkurrent Nubank zu einer der größten Digitalbanken der Welt heranwachsen konnte.

Für N26 könnte das ein maßgebliches Wachstum bedeuten, mit dem das Startup mit aktuell fünf Millionen Kunden auch weiterhin plant. Schließlich ist das ausgegebene Ziel, irgendwann die 100-Millionen-Kundengrenze zu knacken. Potentielle Kunden können sich bereits für eine Warteliste anmelden, Manager ist Eduardo Del Guerra Prota, der bereits seit zwei Jahren für N26 in Sao Paulo an dem Launch arbeitet.

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