Das Mondu-Team hat frisches Kapital bekommen (Bild: PR)

In der Fundingflaute: Mondu erhält 13 Millionen Euro

Das „Buy now, pay later“-Fintech Mondu sammelt in dem schwierigen Markt neues Geld ein – und rüstet sich für das Jahr. Ein anderes Berliner Fintech meldet unterdessen Insolvenz an.

Als Gründer dürfe man sich nie zu wohl in seiner Haut fühlen, sagte Mondu-Gründer Philipp Povel noch vor wenigen Wochen im Podcast. Schon damals war die Finanzierungssituation angespannt, die Investoren hielten ihr Geld zusammen. Gleich zum Jahresstart gab es die erste prominente Insolvenzanmeldung: Die Neobank Ruuky kam an dem Schritt nicht vorbei – trotz 250.000 App-Anmeldungen, wie Finance Forward berichtete.

Povel und seinem Startup Mondu ist es nun gelungen, in einer schwierigen Marktphase neues Geld zu bekommen. Wohl auch als Vorbereitung auf eine schwierige Zeit im Startup-Markt. Insgesamt 13 Millionen Dollar hat das Berliner Team eingesammelt, angeführt wird die Finanzierungsrunde von Peter Thiels Fonds Valar Ventures und Fintech Collective. Beide Wagniskapitalgeber sind bereits an dem Unternehmen beteiligt.

140 Mitarbeiter nach rund einem Jahr

Mondu ist als sogenannter „Buy now, pay later“-Anbieter für Geschäftskunden angetreten. Die Gründer Philipp Povel und Malte Huffmann blicken auf eine langjährige Erfahrung im Online-Handel zurück. Mit dem Inkubator Rocket Internet bauten sie in Südamerika das E-Commerce-Unternehmen Dafiti auf. 2021 kehrten sie nach Deutschland zurück und gründeten das Finanz-Startup.

Innerhalb von rund einem Jahr gab es viel Geld von Wagniskapitalgebern: Inklusive der aktuellen Finanzierungsrunde erhielten sie insgesamt 70 Millionen Dollar, rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen mittlerweile. Das aktuelle Funding bezeichnet Mondu als eine Erweiterung der Series A.

Geschäftszahlen nennt das Unternehmen bislang nicht. Andrew McCormack, Partner von Valar Ventures, spricht von einem „unglaublichen Wachstum“ im vergangenen Jahr. Die Gründer sind derweil zuversichtlich für den Markt: Die Nachfrage nach Buy Now, Pay Later werde „im Jahr 2023 erheblich ansteigen“, lässt sich Philipp Povel zitieren. Der schwedische Anbieter Klarna, das Vorbild aus dem Consumerbereich, kämpft derzeit mit Problemen. Doch der Markt für Geschäftskunden ist noch am Anfang.

Europa-Expansion ist gestartet

Der Wettbewerb um „Buy now, pay later“ für Unternehmen hat sich im vergangenen Jahr aufgeheizt. Die Berliner Startup Billie, Topi und Tilta sind mit ähnlichen Modellen am Markt. Ein weiterer Anbieter ist Payla aus München. Ein Gründer kommt von Ratepay, das den Service bereits für den Endkundenmarkt aufgebaut hat. Bei dem Unternehmen ist die Fintech-Bank „Vereinigte Volksbank“ aus Hessen laut Handelsregister schon vor Monaten eingestiegen, die auch eine 20-Millionen-Kreditlinie an Mondu vergeben hat.

Mondu ist mit seinem Funding gut gerüstet, um sein Wachstum voranzutreiben. In die Niederlande und Österreich ist das Unternehmen bereits expandiert. Auch das Management hat Mondu erweitert: Julian Kurz und Lauren Hoehlein Joseph sind in die Führung eingezogen.

Schwieriger wird es dagegen für Startups, die sich an Endkunden richten. Nach der Pleite von Ruuky muss nun ein weiteres junges Finanz-Startup aufgeben. Boom Investments meldet Insolvenz an. Die beiden Gründer Falko Kremp und Frank Spiegel wollten ein Investment-Angebot starten. Der Werbespruch lautete: „Investiere wie die Top 1% — Lass es Profis für dich machen.“ Der Gründer meldete sich auf Anfrage nicht zu den Hintergründen.

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