In Brasilien haben die Numi-Gründer ihr erstes Startup aufgebaut (Bild: Lucas Marcomini/Unsplash).

„Buy now, pay later“ für Geschäftskunden: Welcher bekannte US-Fonds setzt auf das Fintech Numi?

Exklusiv: In einer umkämpften Finanzierungsrunde sollen sich Cherry Ventures und ein US-Investor an dem Berliner Finanz-Startup Numi beteiligt haben. Die beiden Gründer setzen auf den größten aktuellen Fintech-Trend.

Kaum ein Tag vergeht ohne eine große News zum Thema „Buy now, pay later“. Firmen wie Klarna, Affirm und Afterpay haben das Prinzip in den vergangenen Monaten ausgesprochen populär gemacht. Nutzer können sich damit im Online-Handel entscheiden, ob sie die gekauften Produkte erst nach Erhalt oder in Raten bezahlen möchten. Zurzeit steht die Bezahlmethode in der Kritik, weil sich Menschen Waren kaufen, die sie sich nicht leisten können. In den USA sollen ein Drittel der BNPL-Nutzer schon in Zahlungsverzug gekommen sein. Der Trend ist trotzdem ungebrochen: Vor wenigen Tagen stieg der Fonds Tiger Global beim italienischen Anbieter Scalapay ein und beteiligte sich an einer 155-Millionen-Runde.

Auch in Berlin tüftelt ein Team rund um die erfahrenen E-Commerce-Gründer Philipp Povel und Malte Huffmann an einem neuen „Buy now, Pay later“-Prinzip, vor wenigen Wochen haben sie die Firma Numi gegründet. Finance Forward hatte über die Anfänge berichtet. Nun gibt es erste Details über das Finanz-Startup der beiden Rocket-Gründer. Auch ein erster Geldgeber ist bekannt.

Mit Moss einen guten Riecher bewiesen

Angeführt wird die Finanzierungsrunde nach Finance-Forward-Informationen vom Frühphasen-Geldgeber Cherry Ventures. In den vergangenen Monaten hatten die Berliner im Fintech-Bereich schon einmal einen guten Riecher, sie stiegen zum Start beim Kreditkarten- und Spesensoftware-Startup Moss ein. Auch bei Numi handelt es sich um erfahrene Gründer, Povel und Huffmann haben den Zalando-Klon Dafiti in Brasilien aufgebaut. Ein Betrag von rund zehn Millionen Euro soll in die junge Firma Numi einen Monat nach der Gründung geflossen sein.

Als weiterer Geldgeber soll ein bekannter US-Fonds an Bord sein. Der Name Andreessen Horowitz, auch unter dem Namen a16z bekannt, kursiert dabei in der Branche. Das wäre für Numi ein Ritterschlag, denn der legendäre Venture Capitalist investiert fast nie in Deutschland. Das Unternehmen Rasa war das erste Investment, auch sonst ist der Fonds in Europa zurückhaltend. Gesichert ist die Information derweil noch nicht, die beiden Gründer äußern sich auf Anfrage nicht.

BNPL für Marktplätze

Dafür ist bekannt, wie das Geschäftsmodell von Numi aussehen soll: Die beiden Gründer wollen das „Buy now, pay later“-Prinzip auf Unternehmenskunden übertragen. Ihr Service wird nach Finance-Forward-Informationen bei Marktplätzen integriert, die Geschäftskunden – viele kleine und mittlere Unternehmen – können dann in Raten bezahlen.

Das Berliner Fintech Billie, eigentlich als Factoring-Anbieter gestartet, ist mit einem ähnlichen Produkt schon knapp ein Jahr unterwegs, unter dem Namen „Billie Boost“. Es ist wahrscheinlich, dass noch mehrere Anbieter in Deutschland auf den Markt mit unterschiedlichen „BNPL für B2B“-Produkten drängen werden. Schon an der Numi-Finanzierungsrunde ließ sich ablesen, wie hoch das Investoreninteresse zurzeit ist.

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