Das ganze Gründerteam Stephan Haslebacher, Ferdinand Meyer, Anton Rummel und Ante Spittler (von links). (Bild: Lotte Ostermann)

Peter Thiels Valar beteiligt sich an Moss – Bewertung steigt auf 100 Millionen Euro

Das Berliner Kreditkarten-Fintech Moss, ehemals Vanta, sammelt in einer Finanzierungsrunde 21 Millionen Euro ein. Wenige Monate nach dem Launch zählt das Unternehmen zu den großen Fintech-Aufsteigern.

Die Runde war umkämpft. In den vergangenen Wochen versuchten gleich mehrere internationale Geldgeber bei Moss einzusteigen – prominente Namen machten die Runde. Nun sind die Verträge unterschrieben: Der bekannte US-Investor Valar Ventures führt die Runde über 21 Millionen Euro an, Cherry und Rockets Global Founders Capital, die bereits investiert waren, ziehen mit.

Dem Berliner Fintech, das früher Vanta hieß und sich kürzlich nach einem Namensstreit umbenannte, ist damit Großes gelungen, denn die Firma ist mit ihrer Kreditkarte und dem Softwareprodukt erst kürzlich gestartet. Die Geldgeber bewerten die Firma nach Finance-Forward-Informationen bereits mit 100 Millionen Euro.

Moss startete vor sechs Monaten mit seinem Produkt und richtet sich vor allem an schnell wachsende Unternehmen, vornehmlich Startups. Zu den Kunden gehören beispielsweise Moonfare und Hometogo. Nun weitet sich der Fokus: Firmen mit bis zu 500 Mitarbeitern seien die Zielgruppe, heißt es von Moss-Gründer Anton Rummel.

Tausende Moss-Kreditkarten im Umlauf

Die Kreditkarte, die das Startup in Kooperation mit der Raisin Bank anbietet, hat mit der Software des Fintechs zusätzliche Funktionen: Zum Beispiel ordnet das Programm die einzelnen Ausgaben automatisch zu und erleichtert so die Buchhaltung. Auch können Rechnungen hochgeladen und automatisch zugeordnet werden.

Bislang gibt es flexible Unternehmenskredite mit einer Laufzeit von 30 Tagen. Das Startup plant nun, diesen Rahmen weiter auszuweiten. Vor allem mit dem Kreditkartenprodukt ist das US-Startup Brex seit einigen Jahren sehr erfolgreich und wird von Investoren mit mehr als eine Milliarde Dollar bewertet.

Zu konkreten Kundenzahlen hält sich Moss noch bedeckt, tausende Kreditkarten seien aber bereits im Umlauf, heißt es. Gerade in dem Markt für kleine und mittlere Unternehmen – abseits der Berliner Startup-Szene – muss sich Moss nun beweisen. Als weitere Wachstumsperspektive schaut sich das Fintech bereits nach neuen Märkten um, ohne aber konkrete Pläne zu äußern.

Valar erweitert sein Fintech-Portfolio

Dass eine Firma eineinhalb Jahre nach dem Start mit 100 Millionen Euro bewertet wird, zeigt auch, wie umkämpft der Markt um gute, schnell wachsende Startups ist. Die Gründer Anton Rummel und Ante Spittler wollen mit dem Geld auch massiv das Team ausbauen und müssen nun zeigen, dass sie den nächsten Wachstumsschritt schaffen können. Der Erfolg wird auch daran hängen, wie gut die Firma die Bonität ihrer Kunden einschätzen kann, denen sie Kredite geben will. In diese Technologie will Moss investieren.

Valar Ventures, das auch Geld des Milliardärs Peter Thiel verwaltet, erweitert mit Moss sein Fintech-Portfolio. Die Smartphone-Bank N26, das Krypto-Startup Bitpanda und die Steuer-App Taxfix gehören bereits zum Portfolio.

Vor einigen Monaten haben wir mit den Moss-Gründer im Podcast gesprochen. Damals hieß die Firma noch Vanta. Über Peter Thiels Portfolio haben wir ebenfalls kürzlich berichtet.

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