Die beiden CEOs von Bitpanda: Eric Demuth und Paul Klanschek (Bild: PR)

Als Partner der Neobanken: Bitpanda öffnet sein Trading-Angebot für andere Fintechs

Exklusiv: Die österreichische Krypto-Börse Bitpanda bietet Neobanken künftig ein White-Label-Lösung für ihre Produkte an. Erst kürzlich ist das Fintech mit einem Aktienangebot gestartet.

Bitpanda hat verrückte Monate hinter sich. Dank des Trading-Booms zählt die Krypto-Börse zu den am schnellsten wachstenden Fintechs in Europa: Inzwischen verwenden mehr als 2,7 Millionen Kunden die App, sie können dort Kryptowährungen, Edelmetalle, Teilaktien und ETFs handeln. Seit kurzem wird das Unternehmen von seinen Geldgebern mit mehr als einer Milliarde bewertet.

Um das Wachstum weiter zu befeuern, kommt nun ein sogenanntes White-Label-Angebot hinzu. Dabei bietet das Startup anderen Unternehmen seine technische Infrastruktur, die ihren Endkunden so ein vergleichbares Angebot machen können. Bitpanda starte mit drei Firmen aus Spanien, Italien und Frankreich, sagt Mitgründer und CEO Eric Demuth im Gespräch mit Finance Forward. „Das White Label-Angebot ist ein sinnvoller Weg für uns, in den B2B2C-Markt reinzukommen.“ Das bedeutet ein Vertrieb über Partner. Bitpanda habe dafür lediglich eine Schnittstelle für die eigene IT-Infrastruktur entwickeln müssen.

Abgesehen von der technischen Infrastruktur können die Unternehmenskunden zudem die entsprechenden Lizenzen von Bitpanda mitnutzen. In Deutschland ist das Unternehmen derzeit noch im Prozess, entsprechende Zulassungen von den Behörden zu erhalten. Hierzulande benötigen die Partner also zunächst noch eine eigene Lizenz. Das könnte sich allerdings bereits in den kommenden Monaten ändern, sollte die Bafin die Lizenz bewilligen. Sein Preismodell will Demuth für die Kunden individuell gestalten, je nach dem, wie sich die Partnerschaft gestaltet. „Dabei können wir uns auf feste Gebühren genauso gut wie auf Handelsprovisionen einigen.“

Potentielle Kunden sind Neobanken wie N26, das kürzlich ein Trading-Feature angekündigt hatte. „Die Kunden wollen Krypto“, hatte CEO Valentin Stalf zudem in einem Clubhouse-Talk mit Finance Forward Anfang des Jahres gesagt. Ob die Berliner Firma auf die Infrastruktur von Bitpanda zurückgreifen wird, ist indes jedoch unklar. Konkurrent Vivid ist im Februar mit einem ähnlichen Angebot für Teilaktien und Kryptowährungen gestartet, es partnert dafür mit dem Münchner Finanzdienstleister CM Equity.

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