Die drei Bitpanda-Gründer Christian Trummer, Paul Klanschek und Eric Demuth (Bild: PR)

Bitpanda startet Handel mit Teilaktien

Die österreichische Krypto-Börse Bitpanda lässt ihre Kunden ab sofort auch auf Aktien und ETFs wetten. Erst vor wenigen Wochen hat das Startup noch einmal 170 Millionen Dollar erhalten – und ist zum Einhorn aufgestiegen.

Ein wichtiger Krypto-Player wagt den Schritt in die Aktienwelt: Bitpanda bietet seinen Kunden abgesehen vom Handel mit Kryptowährungen und Rohstoffen ab dem heutigen Mittwoch auch einen Zugang zu Aktien- und ETF-Derivaten. Die inzwischen mehr als zwei Millionen Bitpanda-Kunden können so ab einem Euro in Unternehmen wie Netflix, Apple, Amazon, Volkswagen oder Tesla investieren.

Dafür hat das Startup ein eigenes Tochterunternehmen mit dem Namen Bitpanda Financial Services gegründet, das im Februar eine österreichische Finanzlizenz erhalten hat. „Wir bauen unsere Infrastruktur immer gerne selbst“, sagt Mitgründer und CEO Eric Demuth im Gespräch mit Finance Forward.

Das Angebot soll Kleinanlegern den Zugang zu Aktien geben, die sie sich sonst nicht leisten könnten. Bei einer Teilaktie besitzen die Kunden das Wertpapier nicht selbst, sie haben also auch keine Aktionärsrechte, die Dividende wird jedoch anteilig ausgeschüttet. Bitpanda kauft die Wertpapiere im Hintergrund und hinterlegt sie bei der Partnerbank BNP Paribas. Der Handel erfolgt provisionsfrei, Bitpanda verdient an Spreads, die nach Angaben des Unternehmens „je nach Marktgegebenheiten und Liquidität“ zwischen null und 0,5 Prozent liegen sollen.

Bitpanda bereitet sich auf wachsende Konkurrenz vor

Das Unternehmen wurde kürzlich bei einer Finanzierungsrunde über 170 Millionen US-Dollar von Peter Thiels Valar Ventures mit 1,2 Milliarden Dollar bewertet, besonders in den vergangenen Monaten verzeichnete Bitpanda ein rasantes Wachstum. Im Krypto-Bereich gehört Bitpanda zu den wichtigsten Anbietern im deutschsprachigen Raum.

Doch die kommenden Monate sind entscheidend: Die vielen neuen Anleger – ob bei Aktien oder Kryptowährungen – haben auch zahlreiche Wettbewerber auf den Plan gerufen. Einige von ihnen versuchen derzeit, ihr Angebot auf andere Assetklassen auszubauen. Dazu zählen beispielsweise die Smartphonebank N26 oder der Broker Justtrade.

Zudem bemüht sich US-Anbieter Coinbase, der vor einer Woche an die Börse gegangen ist, nach Informationen von Finance Forward um eine Lizenz in Deutschland. Zeitgleich gibt es auch bei bekannten Neobrokern Überlegungen, in den Kryptobereich einzutauchen. Das Angebot auf Derivate ist also nicht nur eine weitere Einnahmequelle, sondern auch eine Absicherung gegen die zunehmende Konkurrenz. Dafür hat sich Bitpanda jetzt auch ein neues Logo zugelegt.

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