Trade-Republic-Gründer Marco Cancellieri, Thomas Pischke und Christian Hecker (von links). Bild: PR

Monster-Funding: Trade Republic erhält 750 Millionen Dollar – Bewertung bei 5,3 Milliarden Dollar

Exklusiv: Der legendäre Investor Sequoia steigt zusammen mit Thrive und TCV beim Fintech-Startup Trade Republic ein, die Bewertung explodiert von zuletzt 730 Millionen Dollar auf 5,3 Milliarden Dollar. Der Siegeszug der Berliner Trading-App geht weiter: Mehr als eine Millionen Kunden verwenden die App.

Die lang erwartete Finanzierungsrunde ist durch: Trade Republic sammelt insgesamt 900 Millionen Dollar von Investoren ein – angeführt wird die Runde nach Informationen von Finance Forward und Sifted vom amerikanischen Top-VC Sequoia, außerdem steigen der Fonds Thrive von Joshua Kushner und TCV ein. Auch die bestehenden Geldgeber wie Accel, Peter Thiels Founder Fund sowie Creandum und Project A beteiligen sich an der Finanzierung. Der frühe Geldgeber Sino verkauft Anteile im Wert von rund 150 Millionen Dollar, 750 Millionen Dollar fließen in die Firma.

Die Bewertung steigt dabei von 730 Millionen Dollar Ende des vergangenen Jahres auf 5,3 Milliarden Dollar. Damit übertrifft die Firma die Analysten-Erwartungen, die von einem Wert von 1,5 Milliarden Euro ausgegangen sind. Die Hamburger Privatbank M.M. Warburg hatte im Zuge eines Papers zum Trade-Republic-Investor Sino auch das Fintech beurteilt.

Kaum ein anderes Finanz-Startup mit vergleichbarem Wachstum

Der Ansturm auf die Trading-App ist enorm. Mittlerweile verwenden mehr als eine Million Kunden die App, mehr als sechs Milliarden Euro verwaltet das Startup zurzeit.

Marco Cancellieri, Christian Hecker und Thomas Pischke haben die Firma bereits 2015 gegründet, um den Aktien- und ETF-Handel möglichst einfach per App zu ermöglichen, ohne hohe Gebühren. Nach einer schwierigen Startphase und einer Übernahme durch den Investor Sino startete die Firma genau vor zwei Jahren mit ihrer App. Es besitzt eine eigene Wertpapierhandelsbank-Lizenz. Kaum ein anderes deutsches Finanz-Startup hat ein vergleichbares Wachstum erlebt: Im vergangenen April kam Trade Republic auf 150.000 Kunden – etwas mehr als ein Jahr später soll die Zahl bei einer Million liegen. Der Aktienboom in der Coronakrise hat den Zulauf von Trade Republic befeuert. Rund die Hälfte der Nutzer hätten zuvor noch nie investiert, heißt es. Trade Republic will nun diese Kundengruppe an den Kapitalmarkt heranführen.

Für den nächsten Wachtumsschritt steht das europäische Ausland an, denn die Investoren wetten darauf, aus Trade Republic einen europäischen Player zu machen. In Frankreich und Österreich ist das Unternehmen bereits, weitere Länder werden sicherlich folgen. Zudem entwickelt Trade Republic sein Produkt weiter. Erst kürzlich ist es mit Krypto-Anlagen gestartet.

Prominentes Management kommt an Bord

Um mit dem Wachstum mithalten zu können, hat die Firma ihr Management stark ausgebaut – und ehemalige Führungskräfte von Netflix, Facebook, Klarna und Revolut geholt, wie Finance Forward berichtete. Mittlerweile sind rund 400 Mitarbeiter bei dem Unternehmen beschäftigt.

Die Beteiligung von Sequoia ist insofern besonders spannend, da der Geldgeber gleichzeitig bei der amerikanischen Trading-App Robinhood investiert ist, das Berichten zufolge zuletzt mit rund 40 Milliarden Dollar bewertet wurde. Das große Trading-Vorbild hatte einen Marktstart in Großbritannien angekündigt und auch den deutschen Markt getestet, sich dann aber wieder zurückgezogen.

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