Die Traditionsbank Sutor hat ihren Sitz in Hamburg (Bild: Patrick Mueller/Unsplash)

Sutor Bank stellt Robo-Advisor ein

Bereits vor sieben Jahren startete die Hamburger Sutor Bank mit einem Robo-Advisor. Nun hat sich die Privatbank von dem Anlage-Produkt verabschiedet, sie dient sich schon länger als Partnerbank anderen Fintechs an.

Schon bevor der Hype um die Robo-Advisor richtig losging, startete die Sutor Bank mit einem eigenen Produkt. Der heutige Marktführer Scalable Capital war zu der Zeit noch gar nicht gegründet, andere Banken wie die Deutsche Bank brauchten noch Jahre, um ein eigenes Produkt zu entwickeln. Über die Fintechs lässt sich automatisiert Geld anlegen.

Der Pionier hat nun die Reißleine gezogen und kürzlich sein Angebot eingestellt. Aus der Fintech-Szene hat sich die Privatbank dagegen nicht zurückgezogen und bedient einige andere Robo-Advisor als Partnerbank.

Über einen eigenen Blog und Seiten wie Brokervergleich habe die Sutor Bank ihren „Anlage-Lotse“ beworben. Andere große Werbekampagnen soll es nicht gegeben haben, schreibt eine Sprecherin. Der Durchbruch bei den Kunden blieb offenbar aus, Zahlen zu den Anlagen kommuniziert das Unternehmen nicht. Die Bestandskunden könnten das Produkt weiter verwenden, heißt es.

Über die Jahre habe sich der Robo-Advisor zum „Showcase“ für andere Fintechs entwickelt. „Zeitgleich entwickelte sich innerhalb der Sutor Bank ein Impuls, der im Aufbau unserer Banking-Plattform für Startups und digitale Unternehmen mündete“, teilt die Sprecherin am Donnerstagnachmittag mit. „Heute bedienen wir Robo-Advisor als Partner, ohne selber einen zu betreiben.“

Dazu zählen etwa:

– der Berliner Robo-Advisor Growney
– Birdee, ein Anlage-Fintech, das in den Beneluxstaaten unterwegs ist
– Fairr.de, das mittlerweile von Raisin übernommen wurde
– Just Trade, ein Neobroker, der die Kunden mit gebührenfreiem Trading anlocken will

Etwa 30 Robo-Advisor bieten auf dem deutschen Markt einen Anlage-Service an, sie basieren zum großen Teil auf Exchange-Traded Funds (ETF). Mehrere Fintechs haben bereits aufgegeben, darunter auch Werthstein. Und Vaamo wurde vom italienischen Anbieter Moneyfarm geschluckt. Obwohl die Beträge im Vergleich zum Gesamtmarkt noch klein sind, wird es für weitere Anbieter schwer sein, Fuß zu fassen.

Einer der größten Anbieter wird sich trotzdem auf den Markt wagen: Der Marktführer aus den USA, Vanguard, arbeitet zusammen mit BCG Digital Ventures an einem Robo-Advisor. Finance Forward berichtete erstmals über das Geheimprojekt.

In zwei Podcasts ging es kürzlich um Thema Robo-Advisor: Whitebox zählt zu den größeren Anbietern. Mit der Gründerin Salome Preiswerk haben wir darüber gesprochen, wie man sich als Unternehmen vom Wettbewerb abheben kann. Und im Robo-Gipfel-Gespräch ging es um die Performance der vergangenen Monate. Dafür haben wir mit den beiden wichtigsten Fintechs gesprochen: dem Scalable-Gründer Erik Podzuweit und dem Liqid-Chef Christian Schneider-Sickert.

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