Die Kudona-Macher Fabian (links) und Jakob Scholz (Bild: Kudona).

Neffen von Olaf Scholz starten mit Kudona: Nach dem ETF-Sparen kommt die Krypto-App

Fabian und Jakob Scholz sind vor eineinhalb Jahren mit ihrer ETF-Sparapp Rubarb gestartet, jetzt drehen sie das Geschäftsmodell und fokussieren sich mit Kudona auf „Dezentralized Finance“ – Zinsen von 3,8 Prozent peilen sie für ihre Kunden an.

Ende 2020 erregten das Hamburger Fintech Rubarb viel Aufmerksamkeit: Die Neffen des damaligen Finanzministers und heutigen Bundeskanzlers Olaf Scholz startete die Sparapp Rubarb, sie sollte mit einfachen Sparregeln bei ETF-Investments helfen. 40.000 aktive Kunden zähle die App, kein schlechter Wert für eine Fintech-App. Aber zu wenig, um das Geschäft profitabel zu betreiben, sagt Gründer Fabian Scholz.

Nun startet das Unternehmen das neue Produkt Kudona, die ETF-Sparapp bleibe bestehen, doch der Entwicklungsfokus liege nun auf Krypto. Wie schon mehrere Kryptoanbieter will Kudona das sogenannte Dezentralised Finance für den Massenmarkt öffnen. In Zusammenarbeit mit Fireblocks und dem Bankhaus Frick könne man Geld in verschiedene Kryptowährungen stecken, um so beispielsweise Erträge aus dem Staking zu erhalten. Dafür braucht man keine Wallet, sondern Kudona übernimmt auch diesen Teil, eigentlich ein Widerspruch zur Idee von Dezentralised Finance – doch Kudona glaubt, nur ohne diese Hürde könne man den Massenmarkt erreichen.

Das Geld werde über Plattformen wie Aave, Compound und Anchor gestreut, um das Risiko zu verteilen. Dabei wirbt das Unternehmen mit bis zu 3,8 Prozent Zinsen. Die Anlage sei in dem Segment eher vorsichtig, so Scholz. Einen Teil der Gewinne – ein bis zwei Prozent der Gesamtsumme – behalte das Unternehmen ein. Deutlich lukrativer als das ETF-Sparen.

Für seinen Pivot die Hamburger Firma extra eine eigene Tochter in Litauen gegründet und dort eine Kryptolizenz erhalten. Dadurch kann das Unternehmen beispielsweise auf die Videoidentifikation verzichten, der Antrag sei in zwei Monaten durchgegangen, teilt Scholz mit. In Deutschland warten viele Player schon lange auf die entsprechende Genehmigung. Das Team muss nun die Kunden überzeugen, dass sie trotz der litauischen Lizenz dem Geld dem Unternehmen anvertrauen. Dies funktioniere mit transparenter Kommunikation, so Scholz.

Werbung darf es in Deutschland derweil nicht mehr gezielt machen. Man warte auf die „Markets in Crypto Assets“-Regulierung (Mica), die die Gesetze dazu vereinheitlichen soll und werde in anderen europäischen Märkten eine Lizenz anstreben. In der Vergangenheit haben einige Player sogar ihre Website nicht auf Deutsch übersetzt, weil die Finanzaufsicht dies bereits als entsprechenden Markteintritt werten könnte, so die Sorge. Auch Kudona hat die deutsche Seite wieder offline genommen.

Hinweis: In einer früheren Version des Artikel hieß es, Kudona habe eine deutsche Website. Das Fintech hat die Übersetzung in der Zwischenzeit wieder von seiner Seite entfernt.

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