Die Luko-App zählt 200.000 Kunden und hat kürzlich Coya übernommen. (Bild: PR).

Zahlen der Versicherungs-Startups: Wie schlagen sich Lemonade, Wefox und Co.?

Die meisten Insurtechs sind auch im vergangenen Jahr gewachsen, wie Unternehmenszahlen von acht Startups zeigen. Lemonade, das große Vorbild aus den USA, schafft den Durchbruch auf dem europäischen Markt weiterhin nicht. Eine Übersicht.

Lange Jahre gab es nur ein Startup-Vorbild für die Versicherungsbranche: das US-Insurtech Lemonade. Mit einfachen Hausrats- und Haftpflichtpolicen wollte die Firma den Markt aufrollen. Als Star an der New Yorker Börse war es zeitweise mehr als acht Milliarden Dollar wert, bei geringen Umsätzen. Mittlerweile ist der Wert in sich zusammengefallen, Lemonade wird zurzeit nur noch mit rund 1,3 Milliarden taxiert.

Dazu passt, dass es dem einstigen Star nicht gelungen ist, in Europa durchzustarten. Die aktuellen Geschäftszahlen belegen das wieder einmal. Im zweiten vollen Jahr am Markt erzielte die Versicherung gerade einmal 2,4 Millionen Euro an eingenommen Beiträgen in Europa, wie ein Bericht zeigt.

Viele der deutschen Versicherungs-Startups, die einst Lemonade nachgeeifert haben, sind zuletzt auch 2021 weiter gewachsen, mit teilweise hohen Verlusten. Auch das Unicorn Wefox konnte die Umsätze steigern, aber macht mit seiner eigenen Versicherung wieder ein Minus.

Aus den kürzlich veröffentlichten Berichten ergibt sich das folgende Bild:

(Hinweis: Getsafe ist erst seit dem vergangenen Herbst mit einer Bafin-Lizenz am Markt. Bei Lemonade gibt es keine Ergebniszahlen)

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich, dass einige Player ihre Verluste im Verhältnis zu den Einnahmen verbessern konnten, andere haben sich wieder verschlechtert. Die Versicherungs-Startups müssen weiterhin beweisen, dass sie auch profitabel arbeiten können. Denn nach dem „versicherungstechnischen Ergebnis“ fallen noch weitere Kosten an, um einen Teil des Geschäftsbetriebs zu finanzieren.

Doch die Branche wächst, ein wichtiges Signal für den Markt. Neben den Insurtech-Playern sticht dabei die Deutsche Familienversicherung hervor, die zwar kein wagniskapitalfinanziertes Startup ist, aber ebenfalls einen ähnlichen Ansatz verfährt. Sie brachte es im vergangenen Jahr bereits auf 124 Millionen Euro gebuchte Prämien, das versicherungstechnische Ergebnis ist aber trotzdem negativ und liegt bei 7,3 Millionen Euro.

Gerade wenn nun die nächsten Finanzierungsrunden anstehen, kommt es zur Bewährungsprobe für die hiesigen Versicherungs-Startups. Die Vorbilder aus den USA, wie einst Lemonade, werden bei den Wagniskapitalgebern nicht mehr heiß gehandelt.

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