Satispay versucht sich jetzt auch in Deutschland (Bild: PR)

Schwieriger Start von Satispay – Wachstum zieht an

2020 wagte sich die Bezahl-App Satispay nach einem 100-Millionen-Funding auch nach Deutschland. Der US-Paymentkonzern Square gehört zu den Geldgebern des Unternehmens. Doch hierzulande wurde es ruhig um Satispay. Wie sieht es heute aus?

Das Lebenszeichen von Satispay hängt am Einkaufszentrum bei der Kottbusser Brücke im Berliner Bezirk Neukölln – und es ist groß. Auf einem Riesen-Plakat steht „Pay Smart – kein Cash? Kein Stress“. Auch in U-Bahnhöfen finden sich seit Kurzem weitere Werbebotschaften des Fintech-Anbieters.

Zwei Jahre war es ruhig um das italienische Startup, das 2020 seine große Expansion nach Deutschland ankündigte. Satispay ist nicht irgendwer, das Unternehmen gehört zu den großen europäischen Fintech-Wetten. Kurz vor dem Schritt nach Deutschland investierten bekannte Geldgeber rund 100 Millionen Euro in die Firma, zu den strategischen Investoren zählt das Paymentunternehmen Square, das heute Block heißt, und seit einigen Jahren den Weg nach Europa sucht.

Mit der App von Satispay können Kunden in kleinen Läden, Restaurants und Cafés bezahlen. Es setzt dabei auf eine eigene Zahlungsinfrastruktur per QR-Code und will die Händler mit besonders günstigen Gebühren ködern. Bei Einkäufen unter zehn Euro zahlen die Läden etwa gar keine Gebühren. Die Kunden versucht es mit aggressiven Rabatten zu ködern.

Lange Zeit tat sich Satispay schwer

Der Anfang war beschwerlich. Lange Zeit brachte es das Unternehmen nicht einmal auf 1.000 Downloads pro Monat, wie eine Auswertung des Analysedienstes Airnow zeigt. Auch einen Trend nach oben gab es nicht. Erst in den vergangenen Monaten sind die Marketing-Bewegungen sichtbar.

Wie ein Marktplatz-Unternehmen muss auch Satispay beide Seiten seines Angebots ausbauen. Das Fintech setze dabei auf einen „hyperlokalen Ansatz“. „Er zielt darauf ab, eine hohe Dichte an Händlern auf lokaler Ebene zu schaffen“, schreibt ein Sprecher. Aus diesem Grund bewegt man sich von Stadtviertel zu Stadtviertel und konzentriere sich „auf einige wenige interessante Gebiete“ in Berlin. Auf der Karte ist diese Strategie sichtbar.

In den kleinen Cafés wirbt Satispay zusätzlich um Kunden – mit Werbeplakaten, Aufklebern und Rabattcodes. Viele Kunden würden es bislang noch nicht verwenden, sagt die Betreiberin in einem beliebten Café in Prenzlauer Berg. Satispay teilt mit, dass die Transaktionen seit dem letzten Quartal um 186 Prozent gestiegen seien. Absolute Zahlen nennt das Unternehmen nicht, außerdem gebe es „tausende“ Kunden und „hunderte“ Händler. Der Vergleich zwischen Deutschland und Italien zeigt, wie die unterschiedliche Dichte der Läden bislang aussieht.

Auch insgesamt steigen die Downloads und Nutzerzahlen von Satispay. In den Ländern Luxemburg, Belgien und Frankreich kommt es nach eigenen Angaben insgesamt auf knapp drei Millionen Kunden. Die Vision ist es, immer neue Finanz-Dienste in der App zu integrieren.

Der Durchbruch in Deutschland wird trotz Marketing-Druck schwierig. Zum einen müssen die kleinen Cafés und Läden dazu gebracht werden, Satispay auch zu bewerben – und Stammkunden müssen überzeugt werden, sich die App herunterzuladen. Die Dichte an Satispay-Läden muss hoch genug sein, damit sich die Kunden die App überhaupt holen. Zum anderen ist es schwierig die Gewohnheiten der Kunden zu ändern, die bereits mit Bankkarte, dem Smartphone oder bar bezahlen. Der Beweis, dass dies in Deutschland gelingt, steht zurzeit noch aus.

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