Ein Bild aus alten Tagen: das Kreditech-Team in Hamburg (Bild: PR).

Kreditech-Nachfolger: Die Hintergründe der Monedo-Insolvenz

Das einstige Fintech-Star Kreditech muss Insolvenz anmelden. Vor allem in den Hauptmärkten Spanien und Polen soll es Probleme mit den Krediten gegeben haben.

Das Hamburger Fintech Monedo war vor der Coronakrise auf einem guten Weg, berichten Insider. Es hatte den alten Namen Kreditech abgelegt und noch einmal in mehreren Tranchen 30 Millionen Euro von Investoren aufgenommen. Die Geldgeber sollen von dem neuen CEO David Chan begeistert gewesen sein, heißt es.

Doch nun, wenige Monate später, muss das Unternehmen Insolvenz anmelden, wie das Manager Magazin zuerst berichtete. Der vorläufige Insolvenzverwalter Christoph Morgen, der in Hamburg einen guten Ruf hat, verschickte bereits eine Pressemitteilung. „Ich plane den Betrieb fortzuführen und habe bereits Gespräche mit möglichen Finanzierern gestartet“, lässt sich der Anwalt zitieren. Es sei das Ziel, „den vor der Insolvenzantragstellung begonnenen und nach Angaben des Managements aussichtsreichen Investorenprozess zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen“.

Aus dem Unternehmensumfeld heißt es, vor allem die Situation in den Hauptmärkten Spanien und Polen habe das Unternehmen in Schieflage gebracht. Schon im März erließ die spanische Regierung infolge der Coronapandemie ein Gesetz, das es Kreditnehmern erlaubt, die Rückzahlung von Schulden zu verschieben. In Polen gab es eine ähnliche Regelung. So blieben die Rückflüsse für Monedo erst einmal aus. Dies habe das gesamte Unternehmen in eine Krise gestürzt, heißt es. Rund 300 Mitarbeiter sollen in Hamburg und an anderen Standorten für das Fintech arbeiten.

2018 kam der erste Absturz

Kreditech, 2012 von Sebastian Diemer und Alexander Graubner-Müller gegründet, galt lange als große Fintech-Hoffnung. Es sammelte über die Jahre mehrere 100 Millionen Euro von Investoren ein, der prominenten Tech-Investor Peter Thiel beteiligte sich an der Firma. Auch der südafrikanische Medienkonzern Naspers investierte 2017 in einer 110-Millionen-Runde.

Doch Ende 2018 kam der Zusammenbruch. Die Bewertung sank von 200 Millionen Euro auf praktisch null. Der letzte verbleibende Gründer, Alexander Graubner-Müller, verließ vorher das Unternehmen – mit einem erfahrenen Management sollte der Neustart gelingen. David Chan kam von Barclays.

Das hat nun nicht funktioniert: Der Finanzchef Mariusz Dabrowski, der zum Führungsduo mit Chan gehörte, verließ schon kurz nach Beginn der Coronakrise das Unternehmen, wie Finance Forward berichtete. Angesprochen auf die gravierenden Probleme durch die Coronakrise hieß es vor wenigen Tagen von Monedo auf eine Anfrage nur: kein Kommentar.

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