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Krypto-Skandal um Börse FTX: Kaufinteressenten für Europageschäft

Exklusiv: Vor wenigen Tagen hat FTX, die zweitgrößte Kryptobörse der Welt, Insolvenz angemeldet. Es fehlen Gelder in Milliarden-Höhe. Für das Europageschäft soll es derweil Gespräche für eine Übernahme geben, heißt es von einem Insider.

Die insolvente Kryptobörse FTX spricht weiterhin mit Kaufinteressenten für das Europageschäft, heißt es aus Finanzkreisen gegenüber Finance Forward. Das Startup reagierte bislang nicht auf eine Anfrage.

In der vergangenen Woche ist die bislang zweitgrößte Kryptobörse der Welt in eine tiefe Krise gestürzt. Nach einem Ansturm auf die Gelder der Kundinnen und Kunden kam ans Licht, dass das Unternehmen diese nicht auszahlen kann. Über den eigenen Investmentarm Alameda hatte es mit den Kundengeldern selbst gehandelt. Nun fehlen mehrere Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen von Krypto-Star Sam Bankman-Fried musste Insolvenz anmelden, nachdem eine Übernahme der größten Börse der Welt Binance geplatzt war.

Das Geschäft von FTX war derweil unter anderem zwischen den USA, Europa und International aufgeteilt. Für den europäischen Markt und damit auch für deutsche Kundinnen und Kunden agierte die Schweizer Gesellschaft FTX Europe AG. Eine FTX-Tochter, für die es Hoffnung gebe, heißt es von Insidern. Noch laufen die Gespräche mit mehreren Interessenten. Demnach sollen in der Gesellschaft die Fiat-Gelder etwa in Euro und Dollar auf eigenen Konten gehalten worden sein – das solle für rund die Hälfte der Anlagen gelten. Wie hoch diese insgesamt sind, ist nicht bekannt.

Zypern, Schweiz und Dubai

Erst seit dem Frühjahr arbeitet FTX mit dieser Gesellschaft. Seitdem besitzt es eine Lizenz in Zypern. Diese Lizenz hat die Behörde Cyprus Securities and Exchange Commission am vergangenen Freitag wegen des Verdachts auf Verstöße gegen mehrere Gesetze suspendiert. Die Aufsicht teilte demnach mit, dass „das Unternehmen offenbar nicht immer“ die Bedingungen seiner Zulassung erfüllt habe. Eine weitere Lizenz besitzt das Unternehmen in Dubai.

Zu den weiteren Anteilen der europäischen Gesellschaft gehört ein Anteil von rund zehn Prozent an dem Krypto-Dienstleister CM Equity, der im vergangenen Jahr in das Visier der deutschen Finanzaufsicht Bafin geraten war.

Die Münchner Firma hatte für FTX sogenannte tokenisierte Aktien angeboten. Dieses Geschäft habe CM-Equity allerdings Anfang 2022 an FTX übergeben, teilt der Geschäftsführer Michael Kott mit. Wie es mit dem Anteil weitergeht? „Weitere Aussagen kann ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht treffen, da ich nicht weiß, wie sich die Insolvenzsituation und die Asset-Verwertung um Alameda, FTX entwickeln werden“, heißt es weiter. Der Anteil wird in den Unterlagen des Insolvenzverfahrens erwähnt – und gehört zu der FTX Europe AG.

Der potentielle Käufer würde die Kunden, Lizenzen und Technologie mit FTX Europe übernehmen. Ob ein Deal zustande kommt, ist allerdings derzeit noch offen.

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