Die Freetrade-Mitgründer Adam Dodds, Viktor Nebehaj und Ian Fuller (v. l. n. r., Bild: PR)

Der britische Neobroker Freetrade bereitet Deutschland-Launch vor

Freetrade erhält in einer Finanzierungsrunde 69 Millionen Dollar – und will mit Geld in den kommenden Monaten auch auf dem deutschen Markt angreifen. Der Wettbewerb unter den Neobrokern heizt sich damit weiter auf.

Das britische Fintech Freetrade steht vor einem Deutschland-Start, noch im ersten Halbjahr 2021 will die Broker-App auch deutsche Kunden gewinnen. Eine üppige Finanzierungsrunde über 69 Millionen Dollar zu einer Bewertung von 366 Millionen Dollar soll die Europa-Expansion dabei finanzieren (rund 20 Millionen davon sind an Altgesellschafter geflossen, sogenannte Secondaries). Angeführt wurde die Runde von Left Lane Capital, auch der Wagniskapitalgeber Draper Esprit und L Cattertons Growth Fund. Draper Esprit ist an den Neobanken N26 und Revolut beteiligt.

Für deutsche Kunden von Freetrade gibt es derzeit bislang eine Warteliste, das Unternehmen benötigt noch eine europäische Lizenz, die es in Schweden beantragt hat, wie die Firma mitteilt. Die Expansion kommt in einer heißen Marktphase: Trading-Plattformen genießen einen extremen Zulauf. In Deutschland könnten Startups wie Trade Republic und Scalable Capital in den vergangenen Wochen Neukunden-Rekorde verzeichnen. Das 2018 gegründete Freetrade kommt in Großbritannien auf 600.000 Kunden – etwas weniger als die Hälfte hat sich seit Jahresbeginn angemeldet, wie das Unternehmen auf Nachfrage mitteilt.

Vom deutschen Markt erhofft sich Freetrade einen weiteren Wachstumsschub. „Der deutsche Markt bietet große Chancen für kostengünstige Investmentplattformen, die Privatanlegern einen direkten Zugang zu den weltweiten Aktienmärkten zu geringen Kosten bieten“, sagt Mitgründer und CEO Adam Dodds zu Finance Forward.

Ähnlich wie die Konkurrenz bietet Freetrade seinen Kunden den Handel mit Aktien, Teilaktien, ETFs und Investmentfonds an, eine Basis-Version und der Handel ist gebührenfrei, für mehr Funktionen müssen die Kunden bezahlen. Die europäischen Aktien würden zunächst mit dem Handel an den Euronext-Börsen starten, heißt es.

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