Die Kryptobranche hat sich mit der Trump-Connection „keinen Gefallen getan“
Die Kryptobranche befindet sich in einer Sinnkrise, die Kurse der wichtigsten Währungen fallen. Jascha Samadi gehört mit seinem Fonds Greenfield Capital zu den wichtigsten europäischen Investoren – und sieht große Chancen bei dem Hype um Prediction Markets und Bezahlmethoden für KI-Agenten.
Die Euphorie um OpenClaw ist auch im Team von Kryptoinvestor Jascha Samadi (42) angekommen. Mit dem neuen Open-Source-Projekt hätten sie sich eigene Agenten eingerichtet, die eigenständig bezahlen könnten. Viel einfacher als das eigene Bankkonto und die private Kreditkarte mit einem KI-Agenten zu verbinden, sei es dabei, eine eigene Kryptowallet einzurichten, sagt Samadi, der mit Greenfield Capital einen der wichtigsten europäischen Fonds leitet. Es sei das Zeichen, dass die beiden Megatrends – Krypto und KI – zusammenkommen würden, sagt Samadi.
Die Branche sucht zurzeit händeringend nach neuer Hoffnung. Die Kurse der wichtigsten Währungen Bitcoin und Ether sind zuletzt stark gefallen. Dabei habe die Branche bereits gezeigt, dass sie Substanz habe, so Samadi. „Wir müssen davon wegkommen, dass es nur um Spekulation oder Casino geht.“ Dass selbst der US-Präsident Donald Trump (79) einen eigenen Memecoin gestartet hätte, helfe dabei nicht. „Die Kryptobranche hat sich damit keinen Gefallen getan“, sagt Samadi.
Wo er neben den KI-Agenten noch neuen Schwung sieht? Unter anderem bei den sogenannten Prediction Markets. Player wie Kalshi oder Polymarkets seien schnell zu Milliardenunternehmen aufgestiegen. Es gehe dabei nicht nur um Spekulation, die Prognosen auf Wahlen oder politische Ereignisse würden zunehmend auch in seriösen Medien zitiert und hätten dadurch schon eine Funktion – abseits von der Zockerei. Ein weiteres Hoffnungszeichen: Auch traditionelle Finanzfirmen wie Pensionskassen würden sich mittlerweile mit der Assetklasse Krypto beschäftigen, sagt Samadi – ein Beleg, dass die Geldanlage stärker im breiten Markt angekommen sei. Und – drittens – auch bei Stablecoins steige das Volumen extrem.
Über die Probleme im aktuellen Markt sowie die großen Hypethemen wie Stablecoins und Prediction Markets hat der Kryptoinvestor im Podcast mit manager-magazin-Redakteur Caspar Schlenk gesprochen.
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