Die beiden Gründer von Vivid Money: Artem Yamanov (links) und Alexander Emeshev (Bild: PR)

15 Millionen Euro für N26-Angreifer Vivid Money

Das Berliner Fintech Vivid Money startet seine Serie-A-Finanzierungsrunde mit 15 Millionen Euro, angeführt vom US-Wagniskapitalgeber Ribbit Capital. Das Fintech wurde von zwei Tinkoff-Managern gegründet und ist im Sommer in Deutschland gestartet.

Nach seinem Launch im Juni hat die Smartphonebank Vivid Money erstmals Kapital von externen Geldgebern aufgenommen: 15 Millionen Euro zu einer Bewertung von 100 Millionen Dollar. Angeführt wird die Runde von Ribbit Capital, der bereits in erfolgreiche Fintechs wie die Festgeldplattform Raisin, Robinhood, Nubank und Coinbase investiert hat. Damit will Vivid, dass sich als Angreifer für große Neobanken wie N26 und Revolut versteht, eine Expansion finanzieren und das Produkt weiterentwickeln, heißt es in einer Mitteilung.

Insgesamt sind so nach Informationen von Finance Forward mittlerweile 40 Millionen Euro in das Startup geflossen, seit Sommer hatten die beiden Gründer Artem Yamanov und Alexander Emeshev gemeinsam mit der Tinkoff-Holding TCS bereits 25 Millionen Euro in Vivid gesteckt. Das Startup mit 130 Mitarbeitern hat also offenbar eine hohe Burnrate, es investiert gleichzeitig in eine Produktoffensive und Expansion.

Die Series A von Vivid ist ein positives Signal für den Markt, da ein prominenter US-Investor das Tinkoff-Projekt finanziert. „Die Ausführungsgeschwindigkeit, mit der Vivid Money eines der innovativsten und umfassendsten Produkte auf den europäischen Markt gebracht hat, ist beeindruckend“, lässt sich Ribbit-Partner Nikolay Kostov zitieren.

Vivid nutzt die Banklizenz und Teile der Infrastruktur der Solarisbank, für seine Karte kooperiert es mit Visa. Von der Konkurrenz wollte Vivid sich mit Produktfeatures wie einem Cashback-System und einem Investmentprodukt absetzen, wie es zum Launch ankündigte. Zumindest zweiteres hat der deutsche Marktführer unter den Neobanken, N26, in der Zwischenzeit ebenfalls angekündigt. Vivid will das frisch eingesammelte Kapital nun nutzen, in dem Segment Fortschritte zu machen. Außerdem will es in weitere europäische Länder vorstoßen.

Zahlenmäßig läuft es offenbar gut bei Vivid: Im ersten Jahr plane das Startup, 100.000 Kunden zu gewinnen, sagten die Gründer zu Finance Forward im Juni. Die Zahl konnte auch Konkurrent und Vorbild N26 zwölf Monate nach Launch verkünden. Nach Daten des Schätzungstools Airnow Data wurde die App in Deutschland seit dem Launch vor knapp fünf Monaten bereits fast 90.000 Mal heruntergeladen. Davon werden jedoch nicht alle Nutzer tatsächlich ein Konto eröffnet haben.

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