Swan ist im Pariser Inkubator eFounders entstanden (Bild: PR)

Fünf Millionen Euro zum Start – Swan will nächste Fintech-Welle lostreten

Das französische Startup Swan möchte es jedem Digitalunternehmen ermöglichen, Banking-Produkte anzubieten. Es bringt damit einen der heißesten Fintech-Trends nach Europa.

Uber hat es vorgemacht: Das Ridehailing-Startup bietet seinen Fahrern in den USA eine Kreditkarte mit Bankkonto, sie können darüber ihre Einnahmen managen. Auch Shopify hat im Frühjahr ein Konto für die Online-Händler eingeführt, die ihre Waren über die Plattform verkaufen. Dahinter steht ein größerer Trend: „Jedes Unternehmen wird zu einem Fintech-Unternehmen“, prognostizierte die Investorin Angela Strange vom berühmten Geldgeber Andreessen Horowitz in einem Vortrag. (Finance Forward hat über den globalen Trend im Frühjahr berichtet).

Durch neue Banking-Startups ist es einfacher geworden, auch als branchenfremdes Unternehmen Finanzdienstleistungen anzubieten. Genau in diesen Markt stößt das französische Startup Swan nun vor. Es arbeitet an einem Produkt, das es Firmen ermöglicht, eine Bankkarte mit dazugehörigem Konto einzuführen. Statt Monate der Implementierung soll es innerhalb von kurzer Zeit möglich sein, das Produkt zu verwenden. Noch vor dem Start erhält es nun einer Finanzierungsrunde fünf Millionen Euro, der schwedische Fintech-Investor Creandum führt die Finanzierung an, mit an Bord ist außerdem die französische Investmentbank Bpifrance.

E-Commerce-Unternehmen, Immobilienplattformen oder auch Anbieter von Personalsoftware können für ihre Kunden künftig ein Bankkonto in die eigene Dienstleistung integrieren. „Swans Partner sind jetzt in der Lage, ihr Geschäftsmodell zu verbreitern und damit einen größeren Teil der Wertschöpfung zu beeinflussen“, sagt Creandum-Partner Simon Schmincke. Dadurch ergebe sich eine engere Kundenbeziehung. Im Gegensatz zur Solarisbank wird sich Swan eher auf Unternehmen konzentrieren, die keinerlei Finanzhintergrund haben. Die Berliner Bank zählt beispielsweise Banking-Anbieter wie Penta und Tomorrow zu ihren Kunden.

Swan hat von der französischen Bankenaufsicht zum Start eine E-Geld-Lizenz erhalten, damit darf es beispielsweise noch keine Kredite vergeben. Um eine Debitkarte mit dazugehörigem Konto anzubieten, ist es allerdings ausreichend. In ein paar Monaten will das Fintech starten und sucht nun Kunden in ganz Europa. Deutschland als größte Volkswirtschaft wird sicherlich zu den Kernmärkten gehören.

Das Team bringt bereits Erfahrung aus der Finanzwelt mit: CEO Nicolas Benady hat zuvor die Zahlungsstartups Limonetik und Antelop gegründet. Mit seinem Geschäftspartner Nicolas Saison, der als sein Praktikant gestartet ist, arbeitet er schon lange zusammen. Im vergangenen Jahr gründeten sie Swan mithilfe des Inkubators eFounders.

Das Swan-Gründerteam (von links): CEO Nicolas Benady, CTO Mathieu Breton und CPO Nicolas Saison (Bild: PR)
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