Ökonom Nouriel Roubini (Bild: imago/zuma Wire)

Nouriel Roubini – Dr. Doom spricht auf der Finance-Forward-Konferenz

Nouriel Roubini ist für seine düsteren Prognosen bekannt. Mitte der 2000er-Jahre erlangte der Ökonom große Berühmtheit, als er den Zusammenbruch des Immobilienmarktes und die darauf folgende globale Finanzkrise genau vorhersagte. Seitdem tritt er als lautstarker Kritiker der Kryptobranche auf. Am 10. Mai spricht „Dr. Doom“ auf der Finance-Forward-Konferenz in Hamburg.

Er ist ein Pessimist. Er ist umstritten. Aber häufig hat Nouriel Roubini recht. In einer Diskussion mit Arthur Hayes, dem Gründer der damals zweitgrößten Krypto-Derivatebörse Bitmex, sorgte der Ökonom für Aufruhr. „Der Kerl ist ein totaler Idiot, der nicht weiß, wie man debattiert; er war erbärmlich und hat alte, abgestandene Argumente aufgewärmt, die keinen Sinn ergeben“, sagte er später über seinen Kontrahenten. Und: „Es war peinlich, ihn reden zu sehen. Er ist ein total arroganter Idiot.“

Hayes hatte er bereits auf der Bühne auseinandergenommen. Dessen Handelsplattform profitiere davon, Leute in den finanziellen Ruin zu treiben. Bitmex, auf den Seychellen registriert, habe sich nicht an Regeln gehalten, um Anleger zu schützen oder Geldwäsche zu verhindern. „Ihr seid ein Beispiel für all das, was in dieser Branche krank und kaputt ist“, sagte Roubini damals.

Kurz nach der Diskussion hatte die Staatsanwaltschaft des Southern District of New York Anklage wegen mangelnder Anti-Geldwäsche-Prozesse gegen Hayes erhoben (Finance Forward berichtete). Er wurde später zu zwei Jahren auf Bewährung und sechs Monaten Hausarrest verurteilt. Roubini sollte also – wie bereits 2006 mit seiner Immobilienprognose – recht behalten.

Wer ist der Mann, der am 10. Mai auf der Finance-Forward-Konferenz sprechen wird?

Nouriel Roubini hatte 2006 vor einer „70-prozentigen Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA“ gewarnt, die vor allem auf einen Einbruch des Immobilienmarktes zurückzuführen sei. Damals wurde er zunächst als Spinner abgetan.

Doch es kam, wie er es vorhergesehen hatte und seither wird seinen Prognosen weltweit viel Beachtung geschenkt. Immer wieder warnt der Professor, der an der New York University lehrt, vor größeren Krisen – nicht jede davon ist tatsächlich eingetreten. Sein neuestes Buch heißt „Megathreats“, es passt zu seinem Markenzeichen als „Dr. Doom“. Darin schreibt er über zehn Krisen, die „unser Leben und die Weltordnung in einer Weise aus der Bahn werfen wird, wie es nie jemand von uns erlebt hat“.


Die Finance-Forward-Konferenz
– am 9. & 10 Mai 2023
– in den Messehallen Hamburg
– parallel zum OMR-Festival
– Tickets gibt es hier


In Portraits wird Nouriel Roubini als mürrischer Pessimist beschrieben, der überall nur Katastrophen sieht. Er hält nicht zurück, sagt, was er denkt. In den vergangenen Jahren wurde seine Kritik an der Kryptowelt immer lauter. 2018 nannte er Bitcoin „Mutter des Betrugs“, die Kryptowährung werde vollkommen überschätzt. In einer Anhörung vor dem US-Senat sprach er von „Shitcoin“– und das sei noch geschmeichelt. Es handele sich um eine Beleidigung von „Scheiße“, die als Dünger im Vergleich zu der Währung sehr wertvoll sei.

Als Roubini vor ein paar Wochen auf der Abu Dhabi Finance Week sprach, sammelte er die „sieben Cs von Krypto“: „Concealed, corrupt, crooks, criminals, con men, carnival barkers“, also „versteckte, korrupte, Gauner, Verbrecher, Betrüger und Marktschreier“. Das sind sechs. Als siebtes nannte er Binance-Chef CZ, der zuvor auf der gleichen Konferenz gesprochen hatte.

Der Ökonom nennt CZ eine „wandelnde Zeitbombe“

„Ich kann nicht glauben, dass CZ und Binance eine Lizenz für den Betrieb in den Vereinigten Arabischen Emiraten bekommen haben“, sagte er über den aktuell wohl mächtigsten Mann der Branche. „Es ist in Großbritannien verboten und das US-Justizministerium ermittelt gegen ihn wegen Geldwäsche“. Er äußerte seine Verwunderung darüber, dass CZ „hier auf dieser Bühne stand“ und in den Vereinigten Arabischen Emiraten wohnt. „Die Regulierungsbehörden sollten sich das gut überlegen“, sagte er. „Das ist eine wandelnde Zeitbombe.“

Roubini hat viel zu sagen, er kritisiert gerne. Am 10. Mai spricht er auf der Finance-Forward-Konferenz in Hamburg – auf der gleichen Bühne, auf der im Vorjahr CZ und auch FTX-Gründer Sam Bankman-Fried als Speaker dabei waren. Was wird der renommierte Ökonom über die Kryptowelt und ihre Player sagen?


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