Marcus Mosen war von 2015 bis 2018 der CEO von Concardis. (Foto: privat)

N26 wird zur Aktiengesellschaft und präsentiert fünf Aufsichtsräte

Um sich auf einen möglichen Börsengang vorzubereiten, nimmt N26 nun die nächste Hürde zur europäischen Aktiengesellschaft. Dafür gibt es auch einen neuen Aufsichtsrat – mit bekannten Gesichtern.

In den vergangenen Jahren haben die großen Fintechs an ihrer „IPO-Readiness“ gearbeitet – und jetzt wären sie (mehr oder weniger) soweit. Doch der IPO-Markt ist tot. N26-CEO Valentin Stalf am Mittwochmittag vor ausgewählten Journalisten den Governance-Umbau der Berliner Neobank in eine Aktiengesellschaft angekündigt. Im gleichen Atemzug erklärte er, dass es „bis zum Börsengang noch einige Jahre dauern wird und der IPO auch nur eine Option ist“.

Aus der bisherigen GmbH soll als Zwischenschritt eine AG werden und laut Stalf „innerhalb der nächsten zwölf Monate“ eine europäische SE – was Finance Forward im Frühjahr berichtet hatte, da allerdings noch mit einem etwas forscheren Zeitplan. Auf dem Weg dorthin tut’s der Startup-übliche Beirat, besetzt mit Abgesandten der VC-Investoren, freilich nicht mehr. Stattdessen braucht es als AG (auch als noch nicht börsennotierte) einen unabhängigen, haftenden und von der Bafin abgesegneten Aufsichtsrat. Hier die Gründungs-Mitglieder des neuen N26-Gremiums im Überblick:

– Marcus W. Mosen wird N26-Aufsichtsratschef. War von 2015 bis 2018 CEO des Zahlungsdienstleisters Concardis und gilt mit Stationen bei Ingenico, Ogone, Easycash und First Data als Payment-Urgestein. Investierte 2013 in den N26-Vorläufer Papaya, ist darum auch Gesellschafter.

– Jörg Gerbig wir stellvertretender AR-Chef. Gründete 2009 die Lieferdienst-App Lieferando und verkaufte diese dann fünf Jahre später für 63 Millionen Euro die holländische Konkurrenz Just Eat Takeaway.

– Barbara Roth wird Vorsitzende des Regulatorik-Ausschusses – und hat die meiste klassische Banking-Erfahrung im Gremium. War früher Chief Compliance Officer bei der HVB-Mutter Unicredit und wechselte Anfang des Jahres als „Group Head Internal Audit“ zur Deutschen Börse.

– Julian Deutz bekommt den Vorsitz über den Audit- & Risikoausschuss. Ist Finanzchef beim Medienkonzern Axel Springer, dessen VC-Arm dereinst zu den ersten Investoren bei N26 gehörte.

– Robert Kilian sitzt den Ausschüssen zur Nominierung und Vergütung vor. Der Rechtsanwalt war bis 2020 Generalbevollmächtigter bei N26, gründete zwischenzeitlich ein Software-Startup und doziert an der Berliner Humboldt Universität zu Regulatorik und Unternehmertum.

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