Die Gründerin und Blockchain-Expertin Katharina Gehra (Bild: PR).

Millionen für das Blockchain-Startup Immutable Insight

Exklusiv: Der Sohn von Dietmar Hopp und andere Familienunternehmer steigen bei dem Startup der Blockchain-Expertin Katharina Gehra ein. Immutable Insight steht kurz vor dem Start eines 100-Millionen-Fonds und weiterer Pilotprojekte.

Wenn es im Bundestag um die Blockchain-Welt geht, gehört Katharina Gehra zu den regelmäßigen Gästen. In Ausschüssen sprach die Blockchain-Expertin in den vergangenen Jahren zum Beispiel über Facebooks Digitalwährung Libra (heute: Diem), und kürzlich befragten die Abgeordneten sie zu elektronischen Wertpapieren.

Die 37-Jährige begann ihre Karriere in der Beratungs- und Bankenbranche, mit Stationen bei der Commerzbank und BCG. Zuletzt arbeitete sie vier Jahre für die Private-Equity-Firma Interritus und beobachte von dort aus genau, wie rasant sich die Kryptoszene veränderte. Anfang 2019 wechselte sie die Seiten und gründete mit dem Physiker Volker Winterer und der Datenspezialistin Giyun Jeong das Blockchain-Startup Immutable Insight.

Als Anlaysefirma und Beratung gestartet, hat Immutable Insight sein Geschäft inzwischen erweitert. Zusammen mit Familienunternehmen arbeitet das Startup an konkreten Blockchain-Projekten. Die Gründerin und das Startup suchen den Schulterschluss zum deutschen Mittelstand – und haben sich bei der neuesten Finanzierungsrunde Geldgeber gesucht, die Kontakte vermitteln können.

Daniel Hopp gehören ein Eishockey-Team und Startup-Beteiligungen

Neu eingestiegen sind Daniel Hopp und andere nicht genannte deutsche Unternehmerfamilien, wie Immutable Insight gegenüber Capital und Finance Forward mitteilte. Ein einstelliger Millionenbetrag ist in die junge Firma geflossen, die Bewertung soll bei rund zwölf Millionen Euro liegen. Daniel Hopp, dem Sohn des SAP-Gründers und Milliardärs Dietmar Hopp, gehört die Eishockeymannschaft Adler Mannheim. Darüber hinaus investiert der 40-Jährige in Immobilienprojekte und ist an Startups wie der Fußball-App Onefootball beteiligt. Fintech-Startups gehörten bislang nicht zu seinem Fokus.

Die Kontakte aus dem Gesellschafterkreis sollen nun das Wachstum des Startups beschleunigen. „Wir haben uns extra Investoren aus Familienunternehmen gesucht, um mehr Verbindungen in die deutsche Industrie zu bekommen“, sagt Gehra. Zurzeit bereitet das Team mit rund 20 Mitarbeitern in der Nähe von München den Start eines ersten Pilotprojekts mit einem deutschen ­Unternehmen vor.

Konkrete Details darf es noch nicht nennen. In dem Geschäftsbereich sollen weitere Corporate-Projekte folgen. „Ein denkbarer Anwendungsfall ist, dass der Besitzer von einem großen Immobilienportfolio die Häuser durch einen Token handelbar machen kann“, sagt Gehra. Mit den digitalen Anteilen ist es dann unkompliziert möglich, auch kleine Teile einer Immobilie zu verkaufen. Eine Funktion, an der Crowdinvesting-Startups bereits arbeiten. Andere Beispiele für Immutable Insight sind Zahlungsvorgänge zwischen Maschinen, die sie mit Unternehmen aufbauen wollen.

Das Ziel: Dort investieren, „wo die reale Nutzung steigt“

Die Firma setzt zudem auf zwei weitere Geschäftsbereiche: Zum einen führt sie Analysen durch, zum anderen steht der Start von einem Blockchain-Fonds bevor, bis zu 100 Millionen Euro wollen Gehra und ihr Team damit einsammeln, Hopp gehört auch dort zu den Geldgebern. „Wir überwachen und analysieren dabei über unsere Algorithmen weltweit und in Echtzeit die Nutzungsdaten von Blockchain-Anwendungen, um das Geld unserer Kunden dort zu investieren, wo die reale Nutzung exponentiell steigt“, sagt die Gründerin Gehra. Vor allem die Anlagen rund um die Ethereum-Blockchain stehen bei dem Fonds im Mittelpunkt, die Firma ist für den Fonds bei der Bafin registriert, Details sollen in den kommenden Wochen publik werden.

Die Finanzierungsrunde von Immutable Insight steht dabei für einen Trend: Viele traditionelle Unternehmen schauen sich zurzeit genau an, was in der neuen Finanzwelt passiert. Sie stehen etwa vor der Entscheidung, ob sie einen Teil ihres Vermögens in Bitcoin und Ethereum halten sollten, wie es Techunternehmen wie Square und Tesla in großem Stil vorgemacht haben. Die große Frage bleibt, ob erste große Firmen nun auch – nach Jahren mit Tests – weitere Blockchain-Großprojekte in den Firmen einführen. Es ist auch die Wette für das Startup Immutable Insight.

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