Konnte in einem bereits starken Quartal am meisten Kapital einsammeln können: Revolut-Gründer Nik Storonsky (Bild: PR)

Revolut, Bitpanda & Bunq: Die größten Fintech-Fundings des Sommers

Exklusiv: Die europäischen Fintech-Fundings sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen – mehr noch ist die Durchschnittsgröße der Finanzierungsrunden im Vorjahresvergleich explodiert. Das zeigt eine Auswertung der größten Finanzierungsrunden von Finanz-Startups im dritten Quartal 2021.

In ein paar Tagen wird N26 ein Funding über etwa 700 Millionen Euro verkünden. Eine Summe, die vor ein paar Jahren noch fast undenkbar war als Geld für eine Firma – besonders in Europa. Komplett überraschend kommt die Nachricht trotzdem nicht mehr, seit einigen Monaten steigen die Summen der Finanzierungsrunden immer weiter. Die Zahlen belegen das: Im dritten Quartal lag der durchschnittliche Wert von Fintech-Finanzierungen bei 33,5 Millionen Euro – im Vorjahreszeitraum waren es noch 16,6 Millionen Euro, wie eine Auswertung des französischen Wagniskapitalgebers BlackFin Tech für Finance Forward ermittelt hat.

Auch die Zahl der Deals ist von 101 im dritten Quartal 2020 mit einem Gesamtvolumen von 1,7 Milliarden Euro auf 159 Deals im Wert von 4,9 Milliarden Euro in diesem Jahr angestiegen. Schon das Quartal davor hatte seinen Vorjahreszeitraum maßgeblich übertroffen (Finance Forward berichtete). Und so setzt sich der Trend fort, dass das europäische Fintech-Ökosystem immer mehr Aufmerksamkeit von Investoren bekommt, auch aus den USA. Die zeigen dabei ein besonderes Interesse: Von den zehn größten Deals (siehe Grafik) richten sich mit Revolut, Zepz, Bitpanda, Lunar, Bunq und Younited Credit mehr als die Hälfte direkt an Endkunden.

Das liege vor allem daran, dass endkundenorientierte Geschäftsmodelle in der Regel höhere Geldsummen für weitreichende Marketingkampagnen benötigen, sagt Romain Grimal von BlackFin. „Immer mehr Startups aus Europa weisen eine hervorragende Handlungsfähigkeit auf. Sie sind inzwischen in der Lage, größere Summen in wachstumsstarke Opportunitäten zu investieren und haben außergewöhnliche Marken aufgebaut, die in weiten Teilen der westlichen Welt als Marktführer anerkannt sind.“

Was zudem auffällt: Mit Bitpanda ist nur ein Anbieter auf der Liste, der primär mit Kryptowährungen groß geworden ist (Revolut hat zwar vereinzelt Krypto-Produkte im Angebot, das ist allerdings nur ein Segment von vielen). Das ist jedoch nicht als negative Entwicklung für den Sektor zu sehen, abgesehen von Revolut erhalten Kryptowährungen auch bei anderen klassischen Fintechs wie Trade Republic oder N26 Einzug.

Außerdem ist Grimal sicher: „Viele Kryptounternehmen werden in den kommenden zwölf Monaten in die Fußstapfen von Bitpanda treten und auch einige Insurtechs werden bald ähnliche Höhen erreichen“. Insgesamt sehe er derzeit keinen Grund, warum dieser Trend in absehbarer Zeit aufhören sollte.

 

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