Evergreen-Gründer Iven Kurz in Leipzig (Bild: PR)

1,3 Millionen Euro für Robo-Advisor Evergreen

Exklusiv: Das Leipziger Anlage-Fintech Evergreen hat von Investoren 1,3 Millionen Euro eingesammelt. Seine Kundenzahl konnte es 2022 „mehr als verdoppeln“.

Die Überzeugung, bessere Lösungen als die bereits gescheiterte Konkurrenz zu finden, sitzt offenbar tief. Im vergangenen Jahr hatte das Finanz-Startup Evergreen zunächst 40.000 potentielle Kundinnen und Kunden vom Robo-Advisor Rubarb und dann 20.000 von der Altersvorsorge-App Vantik ein Übernahme-Angebot gemacht. Die beiden insolventen Startups hatten kein funktionierendes Geschäftsmodell mit ihrer Kundschaft aufbauen können, Evergreen glaubt trotzdem daran, mit ihr Geld verdienen zu können.

Das 2018 gegründete Startup ist seit einigen Jahren mit einem Robo-Advisor am Markt, das Fintech arbeitet als Partner im Hintergrund von anderen Startups wie beispielsweise die Banking-App Tomorrow. Sein Geld verdient es mit einer Management-Gebühr, es setzt dabei auf ein eigenes Finanzprodukt. Jetzt hat Evergreen 1,3 Millionen Euro von der US-amerikanischen Zais Group eingesammelt, der 1997 gegründete Vermögensverwalter vom ehemaligen deutschen Autorennfahrer Christian Zügel. Als Wagniskapitalgeber ist die Gruppe bisher in Deutschland nur an der Frankfurter Finanzierungsplattform Captiq beteiligt.

Seine Kundenzahl habe sich seit Anfang 2022 auf etwa 10.500 Kundinnen und Kunden verdoppelt. „Das sind alles aktive Depotkundinnen und -kunden, die reine Anzahl an registrierten Nutzern ist ein Stück höher“, teilt ein Sprecher auf Nachfrage mit. Mit dem frischen Kapital wolle Evergreen nun sein Angebot auf Nachhaltigkeitsthemen und Altersvorsorge ausbauen, sagt Gründer Iven Kurz. „Hier wollen wir Schritt für Schritt unser Angebot mit nachhaltigen Lösungen für Vermögenswirksame Leistungen, die betriebliche Altersvorsorge und die Europarente erweitern.“ Als Partner von anderen Fintechs könnte die Aufbauphase von Evergreen ohne viele Millionen an Wagniskapital gelingen. Doch für den ganz großen Wurf wird das eingesammelte Geld noch nicht reichen.

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