Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt (Bild: IMAGO / Mattias Christ)

Deutschbanker zieht es in die Fintech-Szene – Raisin holt Geschäftsführer der Norisbank

Mit Markus Pertlwieser wechselte der ehemalige Digitalchef der Deutschen Bank in die Startup-Welt. Die Liste von Ex-Managern der Bank in deutschen Fintechs wird derweil immer länger. Eine neue Personalie unterstreicht den Trend.

Ihr Marktwert ist gestiegen. Mit Headhuntern und über ihre Netzwerke suchen zahlreiche Finanz-Startups zurzeit erfahrene Manager. Nach einer rasanten Wachstumsphase müssen sie Führungspersonal an Bord holen, das die Materie seit Jahren kennt – und beispielsweise schon einmal ein Kreditportfolio aufgebaut hat.

Ein weiterer Grund spielt dabei im Hintergrund eine immer wichtigere Rolle: Auch die Finanzaufsicht Bafin soll stärker auf die Seniorität im Management achten, heißt es aus der Branche. In einigen Position ist derweil die Erfahrung in einem Geldinstitut Voraussetzung, etwa in der Bankgeschäftsführung.

Unter diesen Vorzeichen hat es in den vergangenen Jahren zunehmend auch ehemalige Manager der Deutschen Bank in die Fintech-Szene verschlagen, wie die Personalmeldungen zeigen. Nach Informationen von Finanz-Szene und Finance Forward kommt nun auch die neue Führung der Raisin-Bank von der größten deutschen Bank.

Auch ein wichtiger N26-Manager war bei der Deutschen Bank

Das Berliner Investment-Fintech Raisin DS, bekannt für das Zinsportal „Weltsparen“, nimmt eine Veränderung im Vorstand seiner hauseigenen Whitelabel-Bank vor: Marco Lindgens, bislang Mitglied der Geschäftsführung der Deutsche-Bank-Tochter Norisbank, wird zum 1. Mai zur Raisin Bank AG wechseln, wie Finanz-Szene.de und Finance Forward erfuhren.

Der 52-Jährige übernimmt dort die Verantwortung für das Ressort Markt und ersetzt Reiner Guthier, der nach 16 Jahren bei der ehemaligen MHB Bank (die 2019 in Raisin Bank umbenannt wurde) in den Ruhestand geht. „Zusammen mit Marco Lindgens wollen wir unsere digitalen Lösungen und Service-Modelle für unsere Kooperationspartnern weiter ausbauen und skalieren“, kommentierte der De-facto-Chef der Raisin Bank, Andreas Wolf, die Personalie.

Die Liste von früheren Deutsche-Bank-Managern, die bei Berliner Fintechs andocken, wird damit immer länger. Der prominenteste Fall ist Markus Pertlwieser, früherer Deutsche-Bank-Digitalchef, der inzwischen als CEO der Business-Banking-Spezialisten Penta firmiert. Zu den weiteren Beispielen gehören:

Roland Folz, seit 2017 CEO der Solarisbank, zuvor „CFO for Global Purchasing and Cost Management“ bei der Deutschen Bank.

Andreas Torner, seit kurzem Vorstand bei Trade Republic, zuvor Gebietsleiter der Deutschen Bank für die Region Südwest (und zuvor auch lange Zeit bei der Norisbank).

Marco Zimmermann, seit Januar Head of Treasury and Structured Finance bei Ratepay, zuvor „Head of Treasury, Funding“ bei der Deutschen Bank.

Jan Böhm, „Director Public Affairs“ bei N26 und Aufsichtsratschef der N26 Bank, zuvor „Head of Government, Regulatory and Public Affairs“ bei der Deutschen Bank.

Markus Steiff, Head of Growth bei Penta, zuvor Geschäftsführer der Deutsche-Bank-Tochter Yunar.

Mehrere Unternehmen beantragen zurzeit Lizenzen bei der Bafin, außerdem schwingen sich andere Startup zu einer relevanten Größe auf. Demnach dürfte die Zahl der ehemaligen Deutschbanker, die in die Fintech-Szene wechseln, in den kommenden Monaten weiter steigen.

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