Check24 hat sein Fintech C24 gelauncht (Bild: John Hunter)

Check24 startet mit Banking-App

Das Vergleichsportal Check24 ist mit seinem Konto-Angebot C24 gestartet. Finance Forward hat die neue App getestet.

Wenige Monate nachdem Check24 eine Banklizenz von der Bafin erhalten hat, startete es nun sein Konto-Angebot unter dem Namen C24. Die Webseite ist zwar noch nicht live, Interessenten können sich lediglich in eine Warteliste eintragen – doch die App ist zum Download verfügbar, wie der Banking-Experte Klaus Igel zuerst entdeckte.

Das Vergleichsportal bietet fünf verschiedene Kontomodelle an, darunter ein kostenloses Basiskonto, ein Standard-Konto für monatlich 5,90 Euro und ein Premium-Konto für 9,90 Euro pro Monat.

Im Test von Finance Forward war das Konto bei C24 innerhalb von neun Minuten eröffnet, weitere 15 Minuten später kam die Bestätigung, die zum Konto gehörende Mastercard sei in Bearbeitung. Das Konto wurde direkt freigeschaltet.

Die App zeigt sofort, worauf C24 setzt: Die Kunden sollen das Konto nicht nur für ihr Banking nutzen, sondern weitere Produkte von Check24 in Anspruch nehmen. Direkt nach Kontoeröffnung werden (Dispo-)Kredite, Baufinanzierungen, Tagesgeldanlagen und Versicherungen angeboten. Zudem können Nutzer Handy- und Internettarife vergleichen, ihren Strom- und Gasanbieter wechseln und Konten von anderen Banken einbinden.

Eine Strategie, mit der C24 direkt zu Beginn mit seinen Kunden Geld verdienen will. Neobanken wie N26 oder Bunq tun sich seit Jahren damit schwer, ein für sie funktionierendes Preismodell zu entwickeln, durch das die einzelnen Kunden für sie profitabel werden. Mit der Kreditvergabe, Baufinanzierungen und Versicherungen  könnte das dem mächtigen Vergleichsportal leichter fallen. Check24 kann seinen Kunden zudem anhand ihrer Zahlungsdaten passgenaue Angebote in den Bereichen bieten.

Bei der Ankündigung zu C24 vor etwa einem Jahr, hieß es vom Unternehmen, Verbraucher sollten sich auf „eine neue Dimension des mobilen Bankings“ einstellen. Ganz nach der üblichen Check24-Methode bietet das Unternehmen bei seinem Premiumkonto einen Kampfpreis, bei N26 etwa kostet ein vergleichbares Konto rund sieben Euro mehr pro Monat.

Das kürzlich gestartete Fintech Vivid bietet sein Premiumkonto zwar ebenfalls für 9,90 im Monat an, bietet seinen Kunden im Gegensatz zu C24 jedoch nicht die Möglichkeit, über Apple Pay zu zahlen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Neobanken übernimmt Check24 die Legitimationsprüfung (Know-your-customer) seiner Kunden selbst.

Im März hatte Check24 noch seine Finanz-App Finanzmanager eingestellt, mit der das Unternehmen Fintechs wie Aboalarm und Finanzguru angreifen wollte. Diese Funktionen sind in die Hauptapp gewandert und sie können die Kunden auch in der neuen Konto-App verwenden.

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