Michael Bloomberg wollte Präsidentschaftskandidat der Demokraten werden. (Bild: imago images / ZUMA Wire)

Michael Bloomberg steckt hinter dem geheimnisvollen Fintech-Investor Hedosophia

Exklusiv: Hedosophia ist Deutschlands wichtigster Fintech-Geldgeber, zu den Investments gehören das Banking-Startup N26 und der Robo-Advisor Scalable Capital. Recherchen von Finance Forward zeigen nun, dass der Milliardär Michael Bloomberg zu den Hedosophia-Geldgebern zählt.

Die erste Regel für ein Investment von Ian Osborne lautet, nicht darüber zu reden. Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit ist der Brite so mit seinem Fonds Hedosophia in den vergangenen Jahren zu einem der eindrucksvollsten globalen Fintech-Finanziers aufgestiegen. Gleich vier wichtige deutsche Fintechs gehören zu seinem Portfolio. Auch an globalen Stars wie dem chinesischen Milliarden-Fintech Ant Financial oder dem amerikanischen Versicherungs-Startup Oscar ist er beteiligt.

In Pressemitteilungen und der Öffentlichkeit dürfen die Gründer seinen Namen jedoch niemals nennen. Und weil der Fonds bereits mehr als eine Milliarde Dollar in Startups investiert hat, stellt sich ob der ganzen Geheimniskrämerei immer dringender die Frage: Wessen Geld verwaltet Osborne da eigentlich?

Finance Forward und das Wirtschaftsmagazin Capital können eines der größten Geheimnisse der deutschen Startup-Szene lüften: Demnach ist der legendäre US-Unternehmer, Milliardär und frühere Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, einer der wichtigsten Geldgeber von Hedosophia.

Anfang des Jahres hatte Finance Forward erstmals ausführlich über den Londoner Startup-Investor Hedosophia und dessen Kopf Ian Osborne berichtet. Nach Angaben von Insidern gibt es seit Jahren eine enge Verbindung zwischen Osborne und Bloomberg: Der 37-jährige Brite beriet ihn schon zu seiner Zeit als Bürgermeister. In den folgenden Jahren baute sich Osborne ein hochkarätiges Netzwerk in Politik und Wirtschaft auf. Zu seinen Kontakten gehören auch Microsoft-Gründer Bill Gates und der frühere britische Premier David Cameron.

Willett Advisors verwaltet sein Vermögen

Vor acht Jahren gründete Osborne schließlich seinen eigenen Startup-Fonds, Hedosophia. Bloomberg steuerte für das Vorhaben einen Teil des Geldes bei. Laut Forbes verfügt der Gründer des Finanzinformationsdiensts Bloomberg über ein Vermögen von 55 Milliarden Dollar. Im November bewarb er sich um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, gab dafür innerhalb weniger Wochen rund eine Milliarde Dollar aus, konnte sich in den Vorwahlen aber nicht durchsetzen.

Über Bloombergs persönliche Investments ist wenig bekannt. Zuständig dafür ist die New Yorker Firma Willett Advisors, über sie läuft auch das philanthropische Engagement des Milliardärs. Das Magazine „The Intercept“ deckte Anfang des Jahres Investments von Willett Advisors auf. Dabei handelte es sich um Unternehmen aus Öl- und Gasindustrie, die britische Metrobank und ein umstrittenes Private-Equity-Unternehmen. Nach Capital-Informationen läuft das Hedosophia-Investment auch über Willett Advisors.

Auch der deutsche Staat ist beteiligt

Gerade in Deutschland ist Hedosophia seit ein paar Jahren sehr aktiv. Bei dem Banking-Startup N26 ist Hedosophia mittlerweile der größte Anteilseigner, ansonsten gehören die Zinsplattform Raisin und der Factoring-Anbieter Billie zum Portfolio. Erst kürzlich investierte Hedosophia 27 Millionen Euro in den Robo-Advisor Scalable Capital.

Alle vier Unternehmen zählen zu den großen Hoffnungsträgern der deutschen Techszene. Willett Advisors ist nicht der einzige Geldgeber von Hedosophia, Pensionsfonds sollen ebenfalls Geld beigesteuert haben. Und auch der deutsche Staat ist dabei: An einem Hedosophia-Vehikel hält die deutsche Förderbank KfW über ihre Startup-Tochter KfW Capital 20 Prozent.

Die ausführliche Geschichte zu Osborne und seinem Fonds könnt ihr auf Finance Forward nachlesen. Ein Gründer, der ihn getroffen hat, sagt: „Wenn nur die Hälfte der Geschichten gestimmt hat, ist das Jesus.“ Unseren Scoop zu Bloomberg lest ihr auch in der neuen Ausgabe von Capital, die am Donnerstag erscheint. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, hier zur Digital-Ausgabe bei iTunes und GooglePlay.

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