Die Barzahlen-Gründer Florian Swoboda, Achim Bönsch und Sebastian Seifert (von links; Bild: Unternehmen)

Paysafe übernimmt Barzahlen: Was ist seit dem ersten Exit passiert?

Das österreichische Fintech Paysafe übernimmt Viafintech, also das ehemalige Barzahlen. Es ist bereits der zweite Exit für das Startup. Was hat sich in der Zwischenzeit getan?

In gewisser Weise war es eine kontraintuitive Geschäftsidee: Während die meisten Payment-Startups auf den Megatrend „Digitales Bezahlen“ wetten, setz(t)en die Gründer von Barzahlen auf das Gegenteil, nämlich die „Cash in de Täsch“-Mentalität ihrer Landsleute. Zunächst gingen die Berliner mit einem Feature an den Markt, das es Verbrauchern ermöglichte, Online-Einkäufe an der Supermarkt-Kasse in bar zu bezahlen. Später folgte die (wirklichkeitsnähere) „Cashback“-Lösung, also das Geldabheben an der Kasse. Hierbei etablierte sich Barzahlen unter anderem als Dienstleister von N26.

Vor zwei Jahren übernahm schließlich ein japanischer Cash-Spezialist namens Glory die Mehrheit an Barzahlen – und zwar zu einer Bewertung von 42,5 Millionen Euro, wie Finance Forward damals berichtete. Und nun? Folgt, wie am Wochenende bekannt wurde, der Weiterverkauf an Paysafe, einen britischen Bezahldienstleister mit zum Teil österreichischen Wurzeln.

Es ist ein solider Exit. Aber auch nicht mehr. Denn, was auffällt, wenn man den „Glory-Deal“ aus 2019 und den „Paysafe-Deal“ von diesem Wochenende miteinander vergleicht:

  1. Inzwischen ist von 20.000 Handelsfilialen die Rede, in denen die „Cashback“-Lösung genutzt wird; das ist nicht so wahnsinnig viel mehr als die 16.000, die es vor zwei Jahren schon waren; auch die wichtigsten Partner (Rewe, Rossmann, dm) waren damals schon dabei.
  2. Die Grenke Bank, die 2019 ihren Anteil von 25 Prozent an Barzahlen behalten hatte, diesen aber nun an Paysafe veräußert, redete am Wochenende in einer Ad-hoc von einem Erlös „im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“.

Sind das zehn Millionen Euro? 15 Millionen Euro? Mehr? Die Formulierung deutet jedenfalls erst einmal nicht darauf hin, dass der Firmenwert seit dem ersten Teilverkauf explodiert ist.

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