Das Team der Solarisbank (Foto: PR)

Bafin schickt der Solarisbank einen Sonderaufpasser ins Haus

Die Finanzaufsicht Bafin hatte 2020 Compliance-Mängel bei dem Fintech Solarisbank festgestellt. Ein unabhängier Prüfer soll nun die Fortschritte überwachen.

Als das Berliner Milliarden-Fintech am Freitagmorgen einen groben Überblick über sein im abgelaufenen Jahr erzieltes Geschäftsvolumen in die Welt hinausjagte – da sah alles noch nach Business as usual aus.

Auf „rund 100 Millionen Euro“ habe sich der 2021er-Umsatz belaufen, so der „Banking as a Service“-Spezialist, eine Zahl, die für ein erst wenige Jahres altes Unternehmen  zweifelsohne imposant anmutet, allerdings nicht überraschte, da hierin auch das Geschäft des Mitte letzten Jahres übernommenen britischen Wettbewerbers Contis eingerechnet ist. Für die Zukunft werde nun ein „nachhaltiges Umsatzwachstum in der Größenordnung von 40 bis 60 Prozent“ angestrebt, hieß es weiter, darüber hinaus bereite man sich darauf vor, ab dem dritten Quartal „börsenreif zu sein“.

Wie gesagt, alles unspektakulär, erwartbar und teils auch schon bekannt – dann allerdings zählte die Solarisbank die für den Börsengang nötigen „wichtigen Maßnahmen“ auf,  wozu – neben anderen aufgelisteten Vorhaben – „vor allem Prozessoptimierungen und Investitionen in Compliance und Regulierung“ gehören würden.

Auch dieser Passus klang eher nach einer Binse, enthielt aber offenbar eine versteckte Botschaft, wie sich am Abend herausstellte. Da nämlich vermeldete das „Handelsblatt“ (Paywall), die Bafin habe einen „unabhängigen Prüfer“ (der von PwC komme) in die Solarisbank entsandt.

Hintergrund der Maßnahme soll eine bankaufsichtliche Prüfung aus dem Jahr 2020 sein, bei der „teils schwergewichtige Mängel, etwa in der Compliance“ festgestellt worden seien. Eigentlich glaubte das Fintech, die damals von den Bafin auferlegten Vorgaben weitgehend abgearbeitet zu haben. Das allerdings habe die Bonner Aufsicht – die sich unter ihrem neuen Präsidenten Bransons ja auffällig um größere Härte bemüht – nicht davon abgehalten, „die Fortschritte“ nunmehr überwachen zu lassen. Bis Mitte des Jahres solle die Untersuchung abgeschlossen sein.

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