Yaxi-Gründer Andreas Stührk, Vincent Haupert und Christopher Schramm (von links). Bild: PR

Startup von N26-Hacker – Mehrheit von Yaxi wird verkauft

Exklusiv: Sicherheitsforscher Vincent Haupert arbeitet mit seinem Payment-Start-up Yaxi künftig mit dem Mittelständler Reiner zusammen, der das Wachstum finanziert und sich bei der Firma als neuer Eigner einkauft. Was steckt dahinter?

Vor knapp zehn Jahren wurde Vincent Haupert bekannt, als es ihm gelang, die damals gehypte und junge Neobank N26 zu hacken. Der Sicherheitsforscher konnte nachweisen, dass sich zu der Zeit Überweisungen manipulieren ließen. Später fing Haupert bei dem ambitionierten Fintech-Projekt der Allianz HeyMoney an – das allerdings wieder eingestellt wurde.

2022 gründete er zusammen mit Christopher Schramm und Andreas Stührk, die er bei bei dem Allianz-Unternehmen kennengelernt hatte, die Firma Yaxi. Das Open-Banking-Start-up ermöglicht es, Zahlungen direkt vom Bankkonto zu veranlassen oder den Zugriff auf Kontoinformationen zu bekommen. Die Mehrheit ihrer Firma verkaufen die drei nun an den Mittelständler Reiner, der Scanner oder Kennzeichnungsgeräte herstellt. Mit einer Tochterfirma im Bankenumfeld stellt Reiner Lesegeräte für das Onlinebanking und den Personalausweis her.

In dem Deal hat der Mittelständler den Gründern Anteile abgekauft und in einer Kapitalerhöhung einen siebenstelligen Betrag weiteres Geld in die Firma investiert. Nach der Transaktion gehört dem neuen Eigentümer 55 Prozent an Yaxi, während der Rest bei den drei Gründern verbleibt. „Mit Reiner haben wir einen starken Partner an der Seite, der einen hervorragenden Ruf als zuverlässiger Partner insbesondere im Banking- und Security-Umfeld genießt“, schreibt Haupert.

Bei dem Payment-Anbieter Yaxi sollen die Zugangsdaten zum Onlinebanking „stets privat zwischen den Nutzerinnen und Nutzer und ihrer Bank“ bleiben. Es handelt sich um ein White-Label-Produkt. Flizpay arbeitet etwa mit Yaxi und ermöglicht es den Kundinnen und Kunden des Neobrokers Trade Republic ihr Konto aufzuladen. Im Gegensatz zu Anbietern wie Tink oder Yapily benötigt die Firma keine sogenannte PSD2-Lizenz. Es liegt daran, dass Yaxis Technologie die Transaktionen „kryptographisch sicher und nachvollziehbar macht“, sodass die Firma und die Kunden niemals über die Zugangsdaten verfügen. „Das ist ein regulatorischer Knackpunkt, den keiner der Marktteilnehmer leisten kann“, schreibt der Sicherheitsforscher.