Bafin drängt N26-Aufsichtsrat, andere Ämter abzugeben
Seit November ist Daniel Terberger Aufsichtsrat der Digitalbank. Für die Finanzaufsicht hatte er für den Job aber deutlich zu viele andere Aufsichts- und Beiratsposten – weswegen der Modeunternehmer alle bis auf einen davon aufgab.
Für jemanden, der im Hauptberuf ein Unternehmen mit einem Umsatz von etwa einer Milliarde Euro leitet, pflegte Daniel Terberger (58) eine imposante Sammlung an Zusatzämtern. Der Chef der Bielefelder Modefirma Katag AG ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei dem Autovermieter Sixt, saß im Kontrollgremium des Logistikbetreibers Gebrüder Weiss und im Beirat des Immobilienentwicklers ECE der Otto-Familie. Und das war längst nicht alles: Terberger mischte offenbar in fast zwei Handvoll Gremien mit.
Mit seiner neuesten Funktion ist die Ämterhäufung jedoch zum Problem geworden. Seit einigen Monaten ist der umtriebige Terberger auch Aufsichtsrat der Berliner Digitalbank N26. Und nach Vorgaben der Finanzaufsicht Bafin müssen Aufsichtsräte von Banken ihrer Aufgabe „ausreichend Zeit widmen“, wie es in einem entsprechenden Rundschreiben der Behörde dazu heißt. Nach Informationen des manager magazins hat die Bafin das bei Terberger infrage gestellt und ihm daher nahegelegt, die Zahl seiner Mandate herunterzufahren. „In der schwierigen Situation, in der N26 gerade steckt, muss man als Aufsichtsrat eigentlich noch mehr Zeit als sonst in diese Aufgabe investieren, um ihr gerecht zu werden“, sagt ein Insider, der mit den Details des Themas vertraut ist.