Der Wefox-Gründer und -CEO Julian Teicke (Bild: PR)

Mega-Funding für Wefox: Bewertung bei weit über zwei Milliarden Dollar

Exklusiv: Kurz nach dem großen Funding von Trade Republic folgt ein nächster Coup – das Versicherungs-Startup Wefox steht vor einer Finanzierungsrunde von mehr als 500 Millionen Dollar.

In der deutschen Fintech-Branche dürfte es in wenigen Tagen das dritte Mehrfach-Unicorn nach N26 und Trade Republic geben. So steht das Berliner Insurtech Wefox nach exklusiven Informationen von Finanz-Szene.de und Finance Forward kurz vor der Verkündung eines Mega-Fundings in einer Größenordnung von mehr als 500 Millionen Dollar.

Die Bewertung steige im Zuge des Deals auf deutlich mehr als zwei Milliarden Dollar, besagen Informationen aus dem Umfeld des Digitalversicherers. Ein Großteil des Geldes soll dabei in die Firma fließen, größere Verkäufe von Altinvestoren habe es nicht gegeben, heißt es. Zu den Investoren gibt es bislang keine gesicherten Informationen. Wefox selbst wollte am Donnerstag keine Stellung nehmen.

In angelsächsischen Medien war bereits im März über eine neue Finanzierungsrunde bei Wefox gemutmaßt worden. Damals war allerdings von deutlich niedrigeren Summen die Rede, die Fundinghöhe wurde seinerzeit auf 250 Millionen Dollar beziffert. Die  Berichterstattung habe den damaligen Stand der Gespräche sauber wiedergegeben, heißt es aus dem Wefox-Umfeld. Allerdings sei das Management vor dem Hintergrund der großen Nachfragen seitens der Investoren zu dem Schluss gekommen, deutlich mehr Geld aufzunehmen als ursprünglich geplant; an der anvisierten Bewertung habe sich hingegen nicht viel geändert.

Wenig große europäische Versicherungs-Startups

Abgesehen von der allgemeinen Fintech-Euphorie hätten dem Unternehmen auch die mangelnden Alternativen im deutschen Insurtech-Markt in die Karten gespielt. „Wer als US-Investor mindestens 20 Millionen Euro investieren will, dem bleiben hierzulande im Grunde nur Wefox und allenfalls noch Clark“, sagt ein Branchenkenner. Darüber hinaus reflektierten die hohe Runde und die satte Bewertung allerdings auch das starke Umsatzwachstum der Wefox-Gruppe. Zuletzt war bezogen auf 2020 von Erträgen in Höhe von 119 Millionen Euro die Rede –  was mehr ist als beim mittlerweile börsennotierten und aktuell mit 4,5 Milliarden Dollar bewerteten US-Vorbild Lemonade. Auf Basis öffentlich zugänglicher Abschlüsse lassen sich diese Angaben allerdings nur teilweise überprüfen.

Wefox startete einst als App-Plattform für Versicherungsmakler, die ihre Policen und das Geschäft mithilfe der Wefox-Technologie organisieren konnten; das Startup erhielt im Gegenzug einen Teil der Provisionen. 2017 gründete Wefox dann eine eigene Versicherung mit dem Namen One Insurance, die speziell 2020 stark gewachsen ist: Der Umsatz lag bei 33 Millionen Euro, verglichen mit sechs Millionen Euro ein Jahr zuvor. Bemerkenswert: Die Tochter agiert laut Abschluss sogar knapp profitabel. Die Marke One soll allerdings wieder eingestampft werden. Denn die eigenen Versicherungen laufen stattdessen nun auch unter dem Namen Wefox.

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