Die N26-Manager Sven Niederheide, Patrick Kua, Martin Schilling (von links) und Robert Kilian (unten) sind auf dem Absprung. (Bild: PR)

Vier wichtige Manager verlassen N26

Exklusiv: Das Banking-Startup N26 baute erst im vergangenen Herbst sein Führungsteam um. Nun gehen weitere vier ranghohe Manager, darunter der langjährige Chefjurist. Was ist der Hintergrund?

Kurz vor Weihnachten veröffentlichte Valentin Stalf ein Foto auf Instagram. Darauf waren der N26-Chef und sein Management zu sehen – mit Weihnachtsmützen und Schals des Banking-Startups. „Mein Führungsteam und ich konnten nicht widerstehen, sie anzuprobieren“, schrieb Stalf in dem sozialen Netzwerk.

Martin Schilling und Patrick Kua waren nicht mit auf dem Bild zu sehen, und das könnte einen Grund haben. Die Manager verlassen nach Informationen von Finance Forward die Berliner Smartphone-Bank. In den vergangenen Jahren besetzten die beiden wichtige Rollen in der Führungsriege von N26. Zusätzlich muss das Fintech für zwei zentrale Positionen Nachfolger finden: Der Chefjurist und Head of Compliance sind auf dem Absprung.

Erst im Herbst 2019 hatte N26 sein Führungsteam umgebaut. Nun folgen die weiteren Abgänge: Mit Patrick Kua scheidet der Chief Scientist aus, der knapp zwei Jahre lang auch Technikchef war. Im März wurde Kua dann zum Chief Scientist. In einem Beitrag auf seiner Webseite schreibt er: „Ich bin dankbar für die Erfahrungen der engen Zusammenarbeit mit den Gründern und anderen wunderbaren Mitgliedern des Führungsteams.“ Er wolle erst Anfang des Jahres mitteilen, wie es für ihn weiter gehe. N26 teilte auf Nachfrage mit, dass sein Nachfolger, der heutige Chief Technology Officer Gino Cordt, die Aufgaben übernehme.

Damit erhält Cordt kurz nach seiner Beförderung im Herbst weitere Kompetenzen. Er hatte bei N26 schon unterschiedliche Rollen im C-Level und arbeitet bereits seit 2015 bei N26. Laut Kennern des Unternehmens zählt er zu den Vertrauten von Gründer Valentin Stalf.

Ehemaliger Google-Manager übernimmt die Aufgaben

Auch Martin Schilling, seit zwei Jahren Chief Operating Officer bei N26, wird gehen. „Wir haben uns vor Kurzem verständigt, dass sich im ersten Quartal dieses Jahres unsere Wege trennen werden“, schrieb er auf Anfrage von Finance Forward. „Nach einem Sabbatical mit meiner Familie strebe ich neue Herausforderungen in einem Unternehmen der Techbranche an.“ Welcher Job folgt, stehe noch nicht fest. Weite Teile seiner Aufgaben soll künftig Thomas Grosse, Chief Banking Officer von N26, erledigen. Grosse kam im August von Google.

Schilling soll als Operativ-Chef auch für den Kundensupport zuständig gewesen sein. Dort hatte das Unternehmen gerade im vergangenen Frühjahr mit Problemen zu kämpfen. Auf die Frage, ob Schilling und Kua entlassen wurden, reagierte N26 nicht. Das Unternehmen danke den Personen „ausdrücklich für die herausragenden Leistungen, die sie für N26 erbracht haben“, heißt es von einem Sprecher.

Der Chefjurist will selber gründen

Für zwei weitere Abgänge ist bislang noch kein Nachfolger gefunden: Chefjurist Robert Kilian verlässt das Unternehmen, um ein eigenes Startup zu gründen, wie er selbst mitteilte. Der Anwalt soll jedoch noch mindestens bis Ende März bleiben, um einen Nachfolger zu finden und einzuarbeiten. Bereits begonnene Projekte will der General Counsel und Generalbevollmächtigte von N26 noch abzuschließen.

Kilian ist seit den Anfangsjahren an Bord und hat seitdem abgesehen von dem Bereich Recht auch die internationale Expansion, den Aufbau der Bank und die Finanzierungsrunden von N26 begleitet.

Aus dem Geschäftsbereich des General Counsels muss N26 auch den Posten von Sven Niederheide neu besetzen. Der Head of Compliance habe die Bank im Dezember „auf ausschließlich eigenen Wunsch hin“ verlassen, um sich einem neuen Projekt in Berlin zu widmen, teilte er auf Anfrage von Finance Forward mit. N26 kommentierte die Personalie nicht. Niederheide war von der HSH Nordbank zu N26 gekommen – und das gerade einmal vor einem halben Jahr.

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