„Payment wird komplett unsichtbar“ – warum der Bezahlbutton bald verschwindet
Das australische Fintech Airwallex drängt mit Milliardenbudget nach Europa. Deutschlandchef Tom Sellin erklärt im Podcast, warum das Ende des Bezahlbuttons bevorsteht – und was stattdessen kommt.
Tom Sellin (36) hat in seiner Karriere schon viele große Adressen der Start-up- und Fintechbranche von innen gesehen: den Berliner Investor Rocket Internet, den US-Zahlungsdienst PayPal, Jack Dorseys (49) Bezahldienst Block. Seit vergangenem Jahr baut er nun für das australische Milliarden-Fintech Airwallex den deutschen Markt auf – und erwartet große Umwälzungen für die gesamte Branche.
„Payment an sich wird in den nächsten drei Jahren komplett invisibel werden“, sagt Sellin in der aktuellen Folge des Finance-Forward-Podcasts. Beim Onlineshopping die Kreditkartennummer eintippen, sich bei PayPal oder Klarna anmelden: All das würden Kunden schon bald nicht mehr selbst machen, weil KI-Agenten den Bezahlvorgang automatisch erledigen (m+)
Bezahlbuttons unter Druck
Zahlungsdienste, die bisher mit einer starken Marke und bunten Bezahlbuttons im Check-out gepunktet haben, geraten zunehmend unter Druck. „Eine direke Kundenbindung wird deshalb immer wichtiger“, sagt Sellin.
Airwallex sieht sich selbst als Gewinner des Agenten-Zeitalters. „Unsere Wette ist, dass wir als Teil der Finanzinfrastruktur dahinter all diese Dinge ermöglichen“, sagt Sellin, der die Deutschland-Offensive der Australier anführt.
Airwallex wurde 2015 in Melbourne von Jack Zhang (41) gegründet und zuletzt mit rund 12 Milliarden Dollar bewertet. Das Unternehmen versteht sich als „Finanzbetriebssystem“ für international wachsende Firmen und bündelt Konto, Währungsumtausch, Zahlungsakzeptanz, Ausgabenmanagement und Rechnungsstellung auf einer Plattform. Damit tritt es in direkte Konkurrenz zu etablierten Payment-Champions wie Wise, Stripe oder Adyen.
Airwallex drängt mit Milliardenbudget nach Europa
Für die Expansion in Europa, den Nahen Osten und Afrika hat Airwallex mehr als eine Milliarde Dollar bis 2030 reserviert. Allein 31 Millionen Euro sollen nach Deutschland fließen.
Im Finance-Forward-Podcast erklärt Tom Sellin, mit welcher Strategie Airwallex die Deutschen überzeugen möchte, wie er sich gegen Stripe und Wise durchsetzen will und warum er trotz aller Skepsis ein „Riesenfan“ der europäischen PayPal-Alternative Wero ist.
Im Podcast „Finance Forward“ sprechen wir alle zwei Wochen mit den spannendsten Persönlichkeiten aus der neuen Finanzwelt – über Fintechs, Fonds, Krypto und Family-Offices. Ihr könnt den Podcast über manager-magazin.de sowie auf Spotify und Apple Podcasts abonnieren.