Stephan Stricker, CEO von Pair Finance.

2 Millionen Euro für Pair Finance – Bewertung steigt auf 60 Millionen

Pair Finance kümmert sich als Inkasso-Dienstleister um Kunden von Klarna und Zalando, die zu spät zahlen. Erste Gewinne hat das Finleap-Startup 2019 gemacht und erhält nun weitere Millionen für das Wachstum.

Schon vor drei Jahren gab es einen ungewöhnlichen Deal: Zalando investierte in das Inkasso-Startup Pair Finance. Nun legt der Berliner Mode-Händler nach. Zusammen mit dem Bestandsinvestoren Yabeo und dem Company Builder Finleap, der das Startup gegründet hat, steckt Zalando weitere zwei Millionen Euro in das Unternehmen.

Das Fintech ist ein Inkasso-Dienstleister, beispielsweise für Händler wie Zalando, den Möbel-Shop Home24 oder das Payment-Unternehmen Klarna. „Wir errechnen für jeden Kunden, auf welchem Weg wir ihn am besten ansprechen“, sagt Pair-Finance-CEO Stephan Stricker. Auch über Whatsapp kontaktiert das Unternehmen beispielsweise die Kunden mit verspäteten Zahlungen und bietet etwa eine Ratenzahlung an. Pair Finance verdient eine Gebühr an den Forderungen, die es zurückholen kann. Für dieses Jahr peilt das Unternehmen einen hohen einstelligen Millionen-Umsatz an, heißt es. „Das Unternehmen ist seit dem vergangenen Jahr bereits profitabel und kann monatlich sechsstellige Gewinne verbuchen“, sagt Stricker.

Das Geld aus der Finanzierungsrunde soll in neue Projekte fließen, über die das Fintech noch nicht sprechen will. Es beschäftigt mittlerweile 80 Mitarbeiter. Die Unternehmensbewertung ist derweil auf 60 Millionen Euro gestiegen. In der Regel gilt es auch als Zeichen an den Markt, wenn Bestandsinvestoren die Bewertung anheben. „Die Geldgeber sehen in Pair Finance eine riesige Chance und wollten ihre Anteile erhöhen – sie haben keinen Anreiz, die Bewertung künstlich in die Höhe zu treiben“, sagt Stricker.  Als neuer Investor sei außerdem Ralph Müller, langjähriger Vorstand von Postbank und Deutsche Bank, an Bord gekommen.

Stephan Stricker erwartet, dass das Inkasso-Geschäft in den kommenden Wochen anzieht. „Wenn die Arbeitslosigkeit steigt oder die Menschen durch Kurzarbeit weniger Geld haben, steigt auch die Zahl derer, die nicht pünktlich zahlen“, sagt der CEO. Umso mehr sei der Service von Pair gefragt.

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