N26 ist mittlerweile eine der beliebtesten deutschen Banken (Bild: imago/photothek)

„Wir wollen mehr Funktionen selbst anbieten“: N26 stellt Versicherungsfeature von Clark ein

Vor fast genau drei Jahren gab N26 eine Partnerschaft mit dem deutschen Insurtech Clark bekannt. Jetzt wird das Projekt eingestampft – stattdessen könnte ein eigenes Versicherungsprodukt von N26 folgen.

Es wolle die „One-Stop-App für alle finanziellen Angelegenheiten“ werden, verkündete die Smartphone-Bank N26 in einer Pressemitteilung im Jahr 2017. Damals wurde eine Partnerschaft mit Clark, einer App zum Verwalten von Versicherungen, angekündigt. Drei Jahre später, im Juni 2020, erweiterten die beiden Partner ihre Kooperation sogar um den österreichischen Markt, Clark konnte gleichzeitig 200.000 Nutzer vermelden.

Umso überraschender kam die Mail, die am Freitag an N26-Kunden in Deutschland ging. Der Betreff: „Wichtiges Update: Clark Versicherungsfeature wird entfernt“. Zum 11. September würden die gemeinsamen Vermittlerverträge gekündigt, heißt es darin.

Auf Anfrage bestätigt ein N26-Sprecher: „Wir stellen heute das Versicherungsfeature in der N26-App planmäßig ein.“ Zunächst sollen alle bestehenden Verträge, die N26-Kunden bei Clark abgeschlossen haben, beendet werden. In Deutschland verschwindet das Produkt aus der Banking-App, lediglich eine Weiterleitung zu Clark wird über einen Reiter den Kunden künftig in der App geboten – wie auch bei der Kooperation in Österreich. Dort handelt es sich jedoch nicht um eine Integration des Produkts (wie bislang in Deutschland), sondern lediglich um eine Weiterleitung.

Der Zeitpunkt der Beendung der Partnerschaft sei zwar etwas plötzlich, denn beide Partner seien mit der Kooperation „sehr zufrieden“, wie Clark auf Anfrage mitteilt – doch der Schritt passt in eine Entwicklung bei N26, die offenbar auf einen langsamen Abschied vom Plattformmodell hinausläuft. Im vergangenen Jahr erst hatte N26 sein Investmentangebot über den Robo-Advisor Vaamo beendet, über den Bankkunden ihr Geld investieren konnten.

Statt sich auf einen Partner verlassen zu müssen, könnte N26 künftig ein eigenes Versicherungsprodukt entwickeln. „Es ist unsere Vision, den N26-Kunden in Deutschland mehr Funktionen selbst anbieten zu können“, so der Sprecher der Berliner Smartphone-Bank. „Daher prüfen wir derzeit eine Reihe von Möglichkeiten, um unser Versicherungsangebot in der N26-App zu verbessern.“ Ob die Bank dabei auf eine eigene Maklerlösung setzt oder ob sie speziell zugeschnittene Versicherungen wie bei der Kooperation mit der Allianz anstrebt, bleibt abzuwarten.

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