Venture-Capital-Firmen aus San Francisco und Umgebung gelten als besonders erfolgreich (Bild: Tim Foster/Unsplash)

Liqid ermöglicht Investments in Top-VCs aus dem Silicon Valley

Exklusiv: Über den digitalen Vermögensmanager Liqid können vermögende Kunden künftig auch in Venture-Capital-Fonds aus den USA investieren. Zu den prominenten Adressen gehören etwa Andreessen Horowitz und Accel. Wie funktioniert das?

Die weltbekannten Wagniskapitalgeber gelten mit ihren Fonds für Startup-Investments als exklusive Anlageklassen. Renommierte Firmen wie Andreessen Horowitz, Accel oder Insight Partners erhalten mehr Anfragen von Investoren, als sie in die Fonds reinlassen – sie können sich ihre Geldgeber sorgfältig aussuchen. Die Venture Capitalists (VC) setzen dabei fast ausschließlich auf Investoren aus ihren vorherigen Fonds und verlangen Mindestanlagen von mehreren Millionen US-Dollar.

Investments genau in diese Fonds will der Berliner Vermögensmanager Liqid seinen Kunden ermöglichen, ab einer Summe von 250.000 Dollar. Das Fintech, das bereits einen Robo-Advisor betreibt und Beteiligungen an Private-Equity-Fonds ermöglicht, kooperiert dafür mit dem Hamburger Family Office Lennertz & Co., das bereits eine langjährige Bindung zu den großen Namen der VC-Branche pflegt. In den kommenden Tagen soll das neue Produkt starten.

Acht Fonds und mehr als 100 Startups

„Über die von uns verwalteten Dachfonds wurde seit 2001 ein umfassendes Netzwerk in der Venture-Capital-Branche aufgebaut“, sagt Philipp Lennertz, geschäftsführender Gesellschafter bei Lennertz & Co. „Als bestehender Partner wird man für die Folgegeneration der Fonds ‚eingeladen‘, wieder zu investieren. Zusätzlich kommen einige Mitarbeiter aus den USA, die in dieser Industrie schon lange arbeiten und ein zusätzliches Netzwerk mitbringen.“ Kein zweites Unternehmen in Europa habe einen vergleichbaren Zugang zu den VC-Firmen, behauptet er. Im aktuellen Portfolio der Wagniskapitalgeber, die Lennertz den Liqid-Kunden in Aussicht stellt, sind etwa die Banking-App N26 und die Miet-Plattform Airbnb.

Das Alleinstellungsmerkmal des Angebots, so Liqid-Chef Christian Schneider-Sickert, sei die Diversifizierung des VC-Portfolios. „Wir bieten unseren Kunden von Beginn an ein breit gestreutes Produkt aus unterschiedlichen Sektoren, Finanzierungsphasen und Regionen.“ Das bedeutet: Das Geld fließt in bis zu acht Fonds, die wiederum mehr als 100 Startups finanzieren. Die Fonds, auf die Lennertz und Liqid es abgesehen haben, sollen innerhalb der kommenden zwei Jahre eingesammelt werden.

Liqid richtet sich mit dem Angebot zunächst an seine Bestandskunden, die investierte Summe wird innerhalb von fünf Jahren abgerufen. Dahinter stehe eine deutsche Gesellschaft, mit einem Reporting und Steuerberatung nach deutschem Recht. Das über Lennertz investierte Volumen der Liqid-Kunden könnte auf 50 Millionen Dollar anwachsen, prognostizieren die beiden. Der Konkurrent Moonfare bietet ebenfalls die Möglichkeit an, in Private-Equity und VC-Fonds zu investieren.

Liqid-Chef Christian Schneider-Sickert (links) und Philipp Lennertz vom gleichnamigen Family Office (Bild: PR)
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