Der Seriengründer Carlo Kölzer (Bild: 360T)

Fintech-Urgestein Carlo Kölzer gründet die Handelsplattform 360x für Kunst und Immobilien

Einst verkaufte Carlo Kölzer sein Startup für 725 Millionen Euro an die Deutsche Börse. Nun startet er mit dem Dax-Unternehmen ein neues Fintech, das auf den NFT-Hype aufspringt – und über eine Blockchain-Plattform Kunst und Immobilien handelbar machen will.

Carlo Kölzer gehört zu den erfolgreichsten deutschen Fintech-Gründern, doch fast niemand kennt ihn. Bereits vor sechs Jahren verkaufte er seine Devisenplattform zu einer Bewertung von 725 Millionen Euro an die Deutsche Börse. Das ungewöhnliche war: Der heute 48-Jährige blieb als CEO an Bord.

Parallel zu seinem Job bei 360T gründet Kölzer nun etwas Neues, zusammen mit der Deutschen Börse startet er die Blockchain-Firma 360x. Diese soll mehrere eigene Firmen gründen. Los geht es mit dem Handel von Kunst, Immobilien sind ein weiterer Geschäftsbereich für ein eigenes Venture. Zuerst werde sich die Plattform an professionelle Anleger richten, ein Investment ist dann erst ab 200.000 Euro möglich, heißt es von Kölzer. Aber die Investmenthürde soll mit der Zeit fallen.

360x ist die Holding-Gesellschaft, die bei dem Aufbau der Firmen hilft. „Unser Ansatz ist es, mit der Plattform 360x die Early Adopter der Krypto-Szene und die traditionellen Investoren und Anleger gleichermaßen anzusprechen“, sagt Kölzer. Der Gründer und die Deutsche Börse springen damit auf einen großen Hype der digitalen Kunst auf, die sogenannten NFTs. Er kürzlich wurde ein Bild für knapp 70 Millionen Dollar versteigert. „Wie bei 360T wird es die Herausforderung sein, die Marktteilnehmer auf die Plattform zu holen“, sagt Kölzer. Das Vertrauen in die Deutsche Börse solle dabei helfen.

Die Konstellation der neuen Firma ist besonders: Die Deutsche Börse hält knapp unter 50 Prozent und investiert zehn Millionen Euro, damit liegt die Bewertung der jungen Firma also bei rund 20 Millionen. Die Commerzbank steigt ebenfalls ein, hält aber einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz der Anteile. Der Rest gehört dem Gründerteam um Carlo Kölzer, dazu zählt der ehemalige Main-Incubator-CEO Michael F. Spitz, der 360T-Finanzchef Thomas Spaun und Fabian Schaum von Eurex. Die einzelnen Ventures sollen noch einmal ein eigenes Management bekommen.

Im Podcast von Finance Forward hatte Carlo Kölzer seine Pläne bereits vor einigen Monaten angedeutet.

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