Seriengründer Christian Reber (Bild: PR).

Seriengründer Christian Reber startet eigenen VC-Fonds Interface Capital

Exklusiv: Seriengründer Christian Reber engagiert sich schon länger als Business Angel. Jetzt legt er einen eigenen Venture-Capital-Fonds auf. Mit im Boot ist ein weiterer Promi aus der Szene: Blinkist-Gründer Niklas Jansen. In der Vergangenheit investierte Reber oft an der Seite von Investor Frank Thelen.

Mit dem Verkauf von Wunderlist verdiente Christian Reber einst Millionen. Das amerikanische Software-Unternehmen Microsoft übernahm seine To-Do-Listen-App 2015 für eine Summe zwischen 100 und 200 Millionen Dollar, einer der größten Exits zu der Zeit.

Einen Teil seines Vermögens steckt er seitdem in die nächste Startup-Generation. Bisher allerdings nur als Business Angel oder in Wagniskapital-Fonds von Investor Frank Thelen. Sie investierten auch zusammen, beispielsweise bei dem aufstrebenden Software-Startup Xentral oder dem gescheiterten Krypto-Anbieter Neufund.

Nach Informationen von Finance Forward hat er zusammen mit Niklas Jansen, Gründer der Lese-App Blinkst, nun einen eigenen Venture-Capital-Fonds gegründet. Der Name des bisher geheimen Vehikels: Interface Capital.

Erste Deals haben die Gründer schon gemacht

Die beiden Szene-Köpfe haben die Firma hinter dem Fonds bereits im März angemeldet. Gegenstand ist demnach „die Verwaltung eigenen Vermögens sowie Erwerb, Halten, Verwalten und Verwerten von Beteiligungen“. Bisher blieb das Projekt allerdings unter dem Radar. Die Geheimnistuerei ist offenbar Absicht. Auf Anfrage von Finance Forward erklärte Reber, dass sie aktuell keine Interviews zu ihrem Fonds geben.

Interface Capital ist offenbar bereits seit dem Sommer aktiv an Deals dran. Zu den ersten Beteiligungen zählt das Heidelberger Startup Paretos. Die Software-as-a-Service-Firma entwickelt eine Plattform für Analysen mithilfe von Künstlicher Intelligenz, die Unternehmen bei Geschäftsentscheidungen helfen sollen. Reber und Jansen haben zuvor schon mehrfach gemeinsam investiert, zum Beispiel beim Krypto-Startup Pile und der E-Learning-Plattform Junto. Sie sollen mit ihrem Fonds zwischen 300.000 und 500.000 Euro pro Unternehmen investieren.

CEO-Job in einer Krise

Christian Reber ist aktuell CEO von Pitch, einem Anbieter von Bürosoftware, der sich als Powerpoint-Alternative positioniert. Eigentlich ein Vollzeit-Job, denn seine Firma befindet sich seit Mai im Krisenmodus. Wie viele andere Startups hat auch Pitch mit der Finanzierungsflaute, dem eingetrübten Konsumklima und steigenden Preisen zu kämpfen. Erst vergangene Woche gab Reber die Entlassung von 50 Mitarbeitern bekannt. Das entspreche etwa 30 Prozent der Belegschaft.

Derweil ist unklar, wie viel Zeit er künftig in Interface Capital steckt und welche Rolle der Blinkst-Gründer spielt. Schon in den vergangenen Jahren war Reber als Angel sehr aktiv und beteiligte sich an mehr als 40 Startups, darunter beispielsweise das Low-Code-Startups Rows, die gehypte Notizen-App Notion oder den E-Bike-Verleiher Dance. Parallel ist er auch Partner bei dem Freigeist-Fonds von Frank Thelen.

Mitarbeiter: Caspar Schlenk

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