Die Lilo-Gründer Christopher Lass und Emily Chan (Bild: PR).

Immobilien-Fintech Lilo erhält drei Millionen Euro – 468 Capital investiert

Exklusiv: Das Fintech Lilo will Immobilien-Teilkäufe in Metropolen wie London oder Barcelona ermöglichen. Wer mindestens ein Achtel der möblierten Wohnung erwirbt, kann bis zu 45 Tage im Jahr auch in den Räumen wohnen. Für den Start gibt es nun Investoren-Gelder.

In der Coronakrise habe sich gezeigt, dass man auch aus anderen Städten arbeiten könne, sagt der deutsche Gründer Christopher Lass. Städte wie London oder Barcelona seien unter dem Stichwort „Workation“ bei jungen Menschen beliebt. Mit dem britischen Startup Lilo wollen Lass und seine Mitgründerin Emily Chan eine Zielgruppe ansprechen, die sich teilweise eine Wohnung in diesen Städten kauft.

Mindestens ein Achtel muss man erwerben. Die Wohnungen würden grob eine bis vier Millionen Euro kosten – und damit der Anteil pro Käufer bei rund 125.000 und einer halben Million Euro. Dafür erhält man das Anrecht, 45 Tage im Jahr in der vom Startup möblierten Wohnung zu leben – die Buchung läuft per App.

Nun startet das Unternehmen und will in den kommenden Monaten mehr Wohnungen ankaufen, die es dann an seine Nutzer weiterverkauft. Für diesen Plan erhält Lilo nach seiner Gründung im April drei Millionen Euro. Der Wagniskapitalgeber 468 Capital, hinter dem die ehemaligen Rocket-Manager Alexander Kudlich und Ludwig Ensthaler sowie der Gründer Florian Leibert stehen, führt die Finanzierung an. Presight Capital und Mato Peric beteiligen sich ebenfalls.

Nach dem Vorbild aus den USA

Inspiration ist das erfolgreiche US-Startup Pacaso, bei dem Geldgeber wie Softbank oder Rockets Global Founders Capital insgesamt rund 1,5 Milliarden Dollar investiert haben. Europäische Startups wie Myne und Lilo wollen nun in Europa angreifen. Das Berliner Unternehmen Myne fokussiert sich dabei auf Ferienhäuser im europäischen Ausland. Lilo wolle eine jüngere Zielgruppe ansprechen und sich eher auf die Metropolen konzentrieren, sagt Lass.

Das Geschäft kann am Ende einträglich sein: Lilo schlägt auf die möblierte angekaufte Wohnung zwölf Prozent drauf und erhält zwei Prozent für das Verwalten der Wohnung. In den kommenden Monaten muss sich nun zeigen, dass sich eine zahlungskräftige Zielgruppe bei den Immobilien des Startups einkauft. Über eine eigene Gesellschaft ist man direkt an der Immobilie beteiligt. Lilo will dabei den Aufwand reduzieren, eine Immobilie im Ausland zu erwerben – und soll den Zugang zu guten Wohnungen bieten.

Durch die Immobilienexpertise von Emily Chan, die bei Goldman Sachs und Apollo im Immobiliengeschäft tätig war, will die junge Firma die guten Wohnungen finden. Christopher Lass war früher bei dem deutschen Startup Konux war und soll die technische Plattform bauen.

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