In München baut die Allianz ihr Tochterunternehmen auf. (Bild: Herr Bohn/Unsplash)

Allianz-Fintech Iconic startet mit neuer Marke „HeyMoney“

Exklusiv: Mit einem zweistelligen Millionenbetrag soll die Allianz ihr neues Fintech Iconic finanzieren, ein erfahrenes Führungsteam ist engagiert. Finance Forward hat nun die Marke entdeckt, mit der das Fintech launcht.

Die Allianz meint es ernst mit ihrem neuen Fintech-Startup Iconic. Seit dem vergangenen Donnerstag ist klar, dass mit Bernd Storm ein Pionier der Szene das Unternehmen künftig leiten wird, wie Finanz-Szene zuerst berichtete. Storm hat das Startup Aboalarm gegründet und 2017 für zehn Millionen Euro an das Vergleichsportal Verivox verkauft. Als Mitorganisator der Konferenz Bits & Pretzels ist der 44-Jährige in der Szene bekannt und gut vernetzt.

Der CEO trifft dabei auf ein erfahrenes Managementteam und eine Finanzierung, die laut Gründerszene im zweistelligen Millionenbereich liegt. In wenigen Monaten soll Iconic mit seinem Finanzportal starten, allerdings unter einer eigenen Marke. Diese heißt „HeyMoney“, wie Finance Forward herausgefunden hat.

Was steckt hinter dem Namen?

Iconic Finance GmbH ist nur der Unternehmensname, wie berichtet wurde. Für das Portal hat die Allianz-Tochter eine eigene Marke entwickelt. Im Markenregister ist ersichtlich, dass sich die Firma vor einigen Wochen die Marke „HeyMoney“ gesichert hat. Auch die Domains Heymoney.de und Heymoney.com hat das Fintech gekauft. Laut einem Branchendienst wechselte die .com-Domain im Oktober für etwa 40.000 Dollar den Besitzer.

Mit seinem Namen war Iconic nicht sonderlich kreativ. In der Startup-Szene existieren bereits unter anderem HeyCater, HeyJobs und HeyCar (eine Gebrauchtwagenplattform von VW). Selbst Hey Honey heißt schon ein Startup (das Yoga-Hosen verkauft).

Was hat die Allianz mit HeyMoney vor?

Nach einer Anfrage von Finance Forward am Freitag hat HeyMoney seine Website live geschaltet. Dort heißt es: „HeyMoney ist dein Finanzbegleiter“. Das Portal soll ein umfangreiches Finanzangebot abbilden. Das Girokonto lässt sich einbinden, Einnahmen, Ausgaben und Kontostände können kontrolliert werden, aber auch Versicherungen und Stromverträge der Kunden. Ein Allianz-Manager sagte im vergangenen Jahr, der Konzern wolle über das Portal auch eigene Produkte verkaufen – aber nicht nur. In wenigen Monaten soll es in Deutschland losgehen, dann ist eine Expansion nach Europa geplant.

Laut Website kann man auch mit einem Menschen sprechen: „Vereinbare dein persönliches Gespräch mit einem kompetenten Berater.“ Zusätzlich soll es „individuelle Gutscheine“ und Rabatte beim Einkaufen geben.

So sieht die HeyMoney-Website aus (Bild: Screenshot)

Wer ist die Konkurrenz?

Multibanking-Apps wie Finanzguru oder Numbrs gehören zu den Konkurrenten von HeyMoney. Mit den Anwendungen der Startups kann man mehrere Bankkonten in eine App integrieren. Finanzguru vermittelt mittlerweile auch Stromverträge und Numbrs verkauft über seinen Moneystore Versicherungsprodukte. Auch für die Vergleichsportale Check24, Verivox und Joonko wird HeyMoney zu einer Konkurrenz.

Wer gehört zum Management?

Von der Verivox-Tochter Aboalarm kommt nicht nur Bernd Storm, sondern auch Arnold Brunner. Die beiden hatten Aboalarm nach dem Exit zusammen geführt. Auch das Tech-Team soll vor einigen Monaten die Seiten gewechselt haben, wie Finanz-Szene berichtete. Sie alle arbeiten nun an einer Konkurrenz zu ihrem alten Arbeitgeber.

Ebenfalls zum Management gehört Vincent Haupert. Der IT-Sicherheitsexperte ist einer größeren Öffentlichkeit bekannt, seit er die Smartphone-Bank N26 gehackt hat. Er ist bei Iconic als Chief Information Security Officer beschäftigt.

Das Startup ist offenbar auf massiven Expansionskurs. Auf der Jobseite sind mehr als 30 offene Stellen gelistet.

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