Etoro tritt prominent als Sponsor bei mehreren Sportarten auf (Bild: imago/Newspix)

Nach geplatztem Spac-Deal: Entlassungen bei Trading-App Etoro

Exklusiv: Bei der Social-Trading-App Etoro müssen rund 100 Mitarbeiter gehen. Kürzlich war bekannt geworden, dass der 10-Milliarden-Deal mit einem sogenannten Spac nicht zustande kommt.

Es war ein Deal, der für Bewunderung sorgte: Dem Finanz-Startup Etoro gelang im vergangenen März der Verkauf an eine sogenannte Spac. Das börsengelistete Unternehmen wollte die Trading-App zu einer Firmenbewertung von rund zehn Milliarden Dollar auf schnellem Weg an die Börse bringen. Rund ein Jahr später ist klar, dass die große Transaktion nicht zustande kommt.

Dieser Rückschlag hat nun Auswirkungen auf die Firma: Aus dem Umfeld heißt es, die Firma entlasse auch Teile des Teams. Die Führung habe den Mitarbeitern mitgeteilt, man sehe weniger Kundenaktivität als im vergangenen Jahr. Aus diesem Grund müsse der Broker Geld sparen und würde sich auch verkleinern. Es handelt sich um rund sechs Prozent der Mitarbeiter, heißt es. Insgesamt beschäftigt der 2007 in Israel gegründete Broker nach eigenen Angaben 1.700 Mitarbeiter, demnach wären rund 100 Mitarbeiter betroffen. Laut dem Karriere-Netzwerk Linkedin sind es allerdings 2.300 Mitarbeiter, dazu zählen aber auch Trader der Plattform.

Eine Sprecherin bestätigt die sechs Prozent. Aufgrund des aktuellen Marktes müsse man die Kosten im Blick behalten. Nach einem „Hyperwachstum“ sei es nun wichtig, als Unternehmen stärker auf die Profitabilität zu achten, teilt sie mit. Deswegen sei es zu der „schwierigen“ Entscheidung gekommen. Die Firma hat zehn Niederlassungen unter anderem in den USA, Israel, aber auch ein kleines Team in Deutschland.

Im vergangenen Jahr galt Etoro noch als Überflieger, als die Firma FinTech Acquisition Corp. V. ein Übername-Angebot machte. Bei der Special Purpose Acquisition Company – kurz Spac – handelte es sich um eine börsengelistete Firmenhülle der Banking-Unternehmerin Betsy Cohen, die Etoro übernehmen wollte – zu einer Bewertung von 10,4 Milliarden Dollar. Damit wäre das Unternehmen direkt an der Börse gelistet worden. Doch die US-Börsenaufsicht SEC genehmigte den Zusammenschluss nicht. Mittlerweile hat sich der Markt gedreht und die Börsenkurse von Wettbewerben wie Robinhood oder Coinbase sind stark gefallen. Etoro konnte die Bewertung nicht mehr durchsetzen.

Auch ein deutscher Kapitalgeber ist von dem abgesagten Deal betroffen: Commerzventures, der Fonds hinter dem die Commerzbank steht, war früh bei Etoro eingestiegen. Bei dem Trading-Anbieter handelte es sich um eine der großen Wetten des deutschen Venture-Capital-Fonds.

Hinweis: In einer früheren Version des Beitrags war von 2.300 Mitarbeitern und 140 entlassenen Mitarbeitern die Rede, es handelte sich dabei um die Teamgröße auf Grundlage des Karriere-Netzwerks Linkedin. Laut einer Unternehmenssprecherin sind jedoch nur 1.700 Mitarbeiter bei Etoro beschäfigt.

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