Dfinity hat sieben Datenzentren in den USA, Deutschland und der Schweiz (Bild: PR)

Startschuss für europäische Blockchain-Hoffnung Dfinity

Exklusiv: Die Dfinity-Stiftung hat im Dezember ihr Mainnet gestartet. Das Blockchain-Projekt will das Cloud-Computing dezentralisieren.

Das Schweizer Blockchain-Startup Dfinity hat bereits am 18. Dezember sein sogenanntes Mainnet launcht, wie es am Mittwoch mitteilte. Der Schritt wurde in der Branche bereits seit längerem erwartet, Dfinity arbeitet bereits seit 2015 an dem Projekt, das ursprünglich im ersten Halbjahr 2020 launchen sollte.

Dfinity will einen gigantischen virtuellen Computer erschaffen, der aus einem dezentralen Netz von Rechnern besteht, die durch ein Blockchain-Protokoll verbunden sind. Auf Grundlage dieser verteilten Cloud sollen in Zukunft Anwendungen entstehen – und nicht mehr auf den zentralisierten Servern von Tech-Monopolisten wie Amazon oder Google. Dfinity nennt die geplanten Anwendungen „Mega-Apps“, sie sollen „das Internet wieder zu seinen freien und offenen Wurzeln zurückzuführen“. Die erste davon hatte Gründer Dominic Williams vor einem Jahr auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos bereits vorgestellt: LinkedUp, eine dezentrale Open-Source-Alternative zu LinkedIn.

Die Anwendungen sollen auf verschiedene Rechenzentren verteilt werden, in dem sie in verschiedene Bausteine zerlegt werden. Aktuell arbeitet Dfinity mit sieben unabhängigen Datenzentren in den USA, Deutschland und der Schweiz. Dfinity verspricht eine neue Art von Cloud-Computing: günstiger, verlässlicher und sicherer als die bestehenden Lösungen von Big Tech. „Die Blockchain läuft mit Web-Geschwindigkeit und ist in der Lage, ihre Kapazität unbegrenzt zu erhöhen“, heißt es.

Dfinity hat bislang rund 200 Millionen Dollar von Wagniskapitalgebern wie Andreessen Horowitz, Polychain Capital und SV Angel eingesammelt und wird mit 9,5 Milliarden Dollar bewertet.

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