Die Crowddesk-Gründer Johannes Laub und Jamal El Mallouki (von links). Bild: PR.

Frankfurter Fintech Crowddesk erhält 8,5 Millionen Euro

Exklusiv: Nach einer schwierigen Startphase ist Crowddesk in den vergangenen zwei Jahren stark gewachsen – und bekommt nun ein neues Investment. 160 Millionen Euro sind bereits über die Plattform geflossen.

In einer neuen Finanzierungsrunde sammelt Crowddesk insgesamt 8,5 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen mitteilt. Neu eingestiegen ist der österreichische Geldgeber Round2. Es handelt sich dabei unter anderem um ein sogenanntes Revenue-based Financing (Finance Forward berichtete über den Trend). „Einen Teil der Finanzierung zahlen wir mit unseren Umsätzen zurück, aus diesem Grund verwässern wir unsere Anteile weniger“, sagt Mitgründer Johannes Laub. Die Frankfurter Firma gehört damit zu den ersten deutschen Fintech-Startups, die diese neue Finanzierungsform verwenden.

2015 von Johannes Laub und Jamal El Mallouki gegründet, kämpfte das Startup zunächst mit Problemen. Unter dem Namen „LeihDeinerStadtGeld.de“ wollte die beiden kommunales Crowdfunding anbieten. Doch der Druchbruch blieb aus – und die Gründer sattelten um. Ihre Software und technische Infrastruktur bieten sie nun anderen Unternehmen an. Dazu gehören beispielsweise die Banken DKB und die grüne GLS. 160 Millionen Euro haben die 250 Kunden mittlerweile über die Plattform von ihrer Crowd eingesammelt – und das Interesse an dem Angebot war zuletzt groß. Investitionen in das Marketing und Vertrieb sollen nun das Wachstum befeuern.

Das Fintech verdient dabei eine monatliche Gebühr und einen kleinen Anteil am eingesammelten Kapital. Im vergangenen November kam die Firma auf rund 170.000 Euro pro Monat, wie Finanz-Szene.de berichtete. Das würde einen Jahresumsatz von zwei Millionen Euro ergeben. „In unseren Business-Plänen haben wir jede Kennzahl übertroffen“, sagt El Mallouki. Die genauen Umsatzzahlen nennen die beiden nicht. 65 Mitarbeiter sind bei der Firma beschäftigt.

Langfristig will Crowddesk die „führende Infrastruktur für nicht-börsennotierte Finanzinstrumente“ bieten, heißt es. „50 Millionen? 100 Millionen? Bei den Finanzierungsmeldungen zurzeit wird einem ja schwindlig und man vergisst leicht, dass 99,9 Prozent der Unternehmen nicht so viel Geld brauchen, sondern eher im sechsteiligen Bereich“, sagt El Mallouki. Crowddesk selbst hat dabei sein eigenes Fundingziel knapp verpasst: Gegenüber Finanz-Szene.de sprach der Gründer von „mindestens zehn Millionen Euro“.

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