Mirko Krauel, Geschäftsführer von Otto Payments: „Man weiß gar nicht, wer Freund oder Feind ist.“ (Foto: [M] mm, Daniel Reinhardt)

Wie sich Otto auf die Ära des KI-Shoppings vorbereitet

Onlinehändler kommen an KI-Agenten künftig kaum noch vorbei, glaubt Mirko Krauel von Otto Payments. Im Finance‑Forward‑Podcast erklärt er, wie der deutsche Handelsriese darauf reagiert – und welche Zahlungstrends er für 2026 erwartet.

Der deutsche Versandhandelsriese Otto lotet aktuell neue Partnerschaften für KI‑Shoppingassistenten aus. „Wir sind in Diskussionen mit allen relevanten Anbietern“, sagt Mirko Krauel (45), Geschäftsführer der Zahlungssparte Otto Payments, im Finance-Forward-Podcast. „Und wir sind auch durchaus offen für Piloten.“

KI-Assistenten spielen bei Onlinekäufen eine zunehmend wichtige Rolle: Sie vergleichen Preise, empfehlen Produkte – und bieten teilweise sogar einen Bezahlknopf im Chatfenster an, sodass der Klick zur Shopseite entfällt. „Das ist ein richtiger Trend“, sagt Krauel. Händler kämen an dem sogenannten „Agentic Commerce“ künftig kaum noch vorbei.

Otto hat im vergangenen Jahr über die eigene App und Webseite Waren im Wert von mehr als 7 Milliarden Euro verkauft und gilt als größter deutscher Onlineshop. Die Zahlungsabwicklung bündelt der Konzern seit 2022 in der Tochter Otto Payments – mit Rechnungs- und Ratenkauf, Vorkasse und Lastschrift aus eigener Hand. So könne man die Kundenerfahrung besser steuern und Streuverlust im Checkout reduzieren, erklärt Krauel.

Mit den KI-Assistenten ist der Kampf um den Kundenkontakt jetzt neu eröffnet. Noch sortiere sich das Feld, sagt Krauel. „Man weiß gar nicht, wer Freund oder Feind ist. Das ist alles gerade Coopetition“, so der Zahlungsexperte.

Neben den Chancen auf neue Erlösströme berge die Technologie auch Risiken fürs Werbegeschäft. Etwa, falls künftig mehr Bots als echte Menschen den Onlineshop besuchen. „Zahlt ein Waschmaschinenhersteller noch für Sponsored Ads, wenn der Einzige, der es sieht, ein KI-Agent ist? Wahrscheinlich nicht“, sagt Krauel. Insgesamt stehe man den Agenten derzeit aber „eher offen“ gegenüber.

Im Finance Forward-Podcast teilt Mirko Krauel zudem seine Prognosen für die Zahlungstrends 2026, analysiert den Start des deutschen PayPal‑Konkurrenten Wero und erkärt, warum Otto bei Klarna bisher eher zurückhaltend ist.

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