Warum Bettina Orlopp Managerin des Jahres 2025 ist
Seit rund eineinhalb Jahren vollbringt die Commerzbank-Chefin einen Balanceakt: Sie führt einen der spektakulärsten Abwehrkämpfe der Dax-Geschichte samt persönlichen Angriffen – und muss gleichzeitig die Investoren umgarnen und das eigene Geschäft vorantreiben.
Wo immer Bettina Orlopp (55) auftritt, an einem Thema kommt sie nicht vorbei: die mögliche Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit. Ende Januar versammelte die Chefin von Deutschlands zweitgrößter privater Bank ihre 500 wichtigsten Leute zum Führungskräftetreffen – um nach vorn zu blicken. Der Fokus sollte auf künstlicher Intelligenz liegen. Das Übernahmethema versuchte sie knapp zu halten. „Ich habe es in meiner Eröffnungsrede nur kurz erwähnt“, erzählt Orlopp. Und doch kam es immer wieder hoch. Immerhin: „Je länger der Tag dauerte, desto mehr haben wir uns in das KI-Thema vertieft.“
Das ist der Balanceakt, den Bettina Orlopp seit rund eineinhalb Jahren vollbringt. Sie führt einen der spektakulärsten Abwehrkämpfe der Dax-Geschichte und muss gleichzeitig das eigene Geschäft vorantreiben.
Im September 2024 war UniCredit-Chef Andrea Orcel (62) über Nacht bei der Commerzbank eingestiegen – inzwischen hat die italienische Großbank ihren Anteil auf knapp 30 Prozent ausgebaut. Ohne den Coup hätte der Aufsichtsrat mit Jens Weidmann (57) an der Spitze Orlopp wohl nicht so schnell von der Finanz- zur Vorstandschefin befördert. Nur gut zwei Wochen nach Beginn des feindlichen Übernahmeversuchs löste sie ihren Vorgänger Manfred Knof (60) vorzeitig ab.