Trade Republic ersetzt Chatbots durch Menschen
Der Berliner Neobroker schaltet erstmals eine persönliche Kundenhotline frei – und will damit sein größtes Reputationsproblem lösen. Es ist ein radikaler Kurswechsel, der das Fintech einen hohen zweistelligen Millionenbetrag gekostet hat.
Im Sommer 2025 blieb die Hilfe bei Trade Republic einfach aus. Bei einer der beliebtesten Aktien der Deutschen, beim US-Chiphersteller Nvidia, war zuvor ein Aktiensplit durchgeführt worden – und der Berliner Digitalbroker buchte nun fälschlicherweise Steuern ab. In einem Fall ging es immerhin um fast 10.000 Euro. Doch als der Betroffene den Kundensupport anschrieb, bekam er keine brauchbare Antwort, nur Standardfloskeln. Als er sich später erneut meldete – wieder nichts Substanzielles. Am Ende schaltete er eine Anwaltskanzlei ein, die den Fall auf der Onlineplattform anwalt.de öffentlich machte. Erst nach mehr als drei Monaten wurde die Steuerbescheinigung korrigiert.
Solche Probleme haben Trade Republic in den vergangenen Jahren immer wieder Ärger eingebracht: Wenn etwas schiefging, war der Kundenservice teils nicht in der Lage, zu helfen. Es drohte nicht nur ein massiver Reputationsschaden – sondern auch Ärger mit der Bankenaufsicht.