In der jüngsten Finanzierungsrunde wurde Trade Republic mit vier Milliarden bewertet (Bild: imago/ Political-Moments)

Trade Republic wechselt von Solarisbank zu Deutsche Bank

Exklusiv: Paukenschlag in der deutschen Finanzbranche – der milliardenschwere Berliner Neobroker Trade Republic wechselt laut Informationen von Finanz-Szene und Finance Forward überraschend die Partnerbank – und verlässt zumindest teilweise die Solarisbank zugunsten Deutsche Bank und Citigroup. Neukunden und Teile der Bestandskunden laufen künftig über die neuen Partner.

In einer Mail, die Kunden am Donnerstagvormittag zuging, hieß es wörtlich: „Ab heute führen wir Dein Guthaben auf einem Konto der Deutsche Bank AG. Du erhältst deshalb eine neue Trade Republic IBAN. Für Dich ergeben sich keine Änderungen. Selbstverständlich gibt es auch weiterhin weder Depotgebühren noch Negativzinsen. Dazu gilt die volle Einlagensicherung von 100.000 €. Denk bitte daran, dass Du Deine Daueraufträge an Trade Republic anpassen musst.“

Die Gründe für den Umzug blieben zunächst unklar – zumal Trade Republic und die auf „Banking as a Service“-Dienste spezialisierte Solarisbank eigentlich als „natürlicher“ Partner galten und ein Dienstleisterwechsel von einer Fintech-Bank zu einer klassischen Bank eher ungewöhnlich ist. Nach unseren Informationen sollen von dem Wechsel nicht nur Neukunden, sondern in einem beträchtlichen Maße auch Bestandskunden betroffen sein. Eine Sprecherin von Trade Republic teilte auf Nachfrage mit: „Wir erweitern das Partnernetzwerk um Deutsche Bank und Citi und verteilen hier insbesondere Neukunden und einen Teil der Bestandskunden. Dabei bleiben wir weiter Partner der Solarisbank. Es gibt keine Aufteilung nach Märkten. Das ist ein Regelschritt im Rahmen unseres Wachstums.“

Trade Republic hatte die Zahl seiner Kunden vor knapp einem Jahr mit mehr als einer Millionen angegeben; inzwischen dürften es sogar noch hunderttausende mehr sein. Für die Deutsche Bank bedeutet der Deal einen Prestige-Erfolg.


Anmerkung, 21. April, 14.11 Uhr: Wir haben die ursprüngliche Fassung des Artikels um die Stellungnahme von Trade Republic ergänzt und unsere ursprünglich Annahme, dass der Wechsel sämtliche Bestandskunden betreffen könnte, korrigiert.

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