Susanne Krehl wird Chief Growth Officerin bei wealthAPI (Bild: PR).

Szenekopf Susanne Krehl heuert bei wealthAPI an

Nach der Insolvenz ihrer Finanz-App Fabit meldet sich Gründerin Susanne Krehl zurück. Die 39-Jährige verstärkt das Führungsteam beim Kontodaten-Anbieter wealthAPI. Dort soll sie das Wachstum ankurbeln.

Der Berliner Schnittstellen-Anbieter wealthAPI holt Susanne Krehl in den Vorstand. Ab dem 1. September wird die erfahrene Fintech-Managerin das Team um die Gründer André Rabenstein und Wolfram Stacklies erweitern, wie Finance Forward vorab erfuhr. Krehl wird die Rolle der Chief Growth Officerin übernehmen und sich vor allem um die Skalierung des Geschäfts und die europäische Expansion kümmern.

wealthAPI ist ein sogenannter Kontoinformationsdienstleister, ermöglicht Unternehmen also über eine Schnittstelle, Finanzdaten von verschiedenen Bank-, Broker- und Kryptokonten ihrer Kunden zu aggregieren und analysieren. Typische Anwendungsfälle sind beispielsweise Vermögens- oder Portfolioanalysen. Zu den Kunden zählen unter anderem die Börsenplattformen Onvista und extraETF sowie Finanzfluss mit seinem Portfolio-Tracker.

Krehl ist ein bekanntes Gesicht der Berliner Fintech-Szene und gilt als gut vernetzt: Einst startete sie als erste Mitarbeiterin beim Bezahl-Startup Viafintech (ehemals Barzahlen) und stieg dort zur Geschäftsführerin für Österreich und die Schweiz auf. Anschließend gründete sie eine App namens Fabit, die Konsumentinnen und Konsumenten – ähnlich wie Fitness- oder Diät-Apps – den richtigen Umgang mit Geld beibringen sollte. Das Projekt scheiterte jedoch im Herbst 2023 während des schwierigen Marktumfelds aufgrund einer geplatzten Finanzierungsrunde. Nebenher engagiert sich Krehl als Mitinitiatorin der Networking-Reihe „Fintech Stammtisch“ und wurde vom Capital Magazin und dem Handelsblatt für ihr Wirken in der Szene ausgezeichnet.

Nun kehrt sie in den Fintech-Sektor zurück. Ihre Verpflichtung kommt zu einem strategisch entscheidenden Zeitpunkt: Noch in diesem Jahr soll die EU-Verordnung „Financial Data Access“, kurz: Fida, verabschiedet werden und einen einheitlichen Rechtsrahmen für Open Finance und den Datenaustausch im Finanzsektor schaffen. Für wealthAPI könnte es neue Open-Banking-Anwendungsfälle schaffen, die weit über Kontodaten hinausgehen. Durch eine breitere Datenbasis würde etwa eine 360-Grad-Vermögensübersicht mit KI-gestützten Analysen und personalisierteren Produktempfehlungen für Endkunden möglich, teilt das Unternehmen mit. Außerdem werde Fida einen gemeinsamen europäischen Datenraum schaffen – Der Datenanbieter könnte dann leichter in andere EU-Länder expandieren.