Die Kunden der Robo-Advisor haben es zurzeit nicht leicht. (Bild: niklas_hamann/Unsplash)

Performance in der Coronakrise – Robo-Advisor stürzen weiter ab

Seit Ende Februar die Märkte eingebrochen sind, müssen auch Robo-Advisor herbe Verluste hinnehmen – die Werte ihrer Portfolios sinken immer weiter. Eine Erholung ist nicht in Sicht, wie eine neue Auswertung des Portals Brokervergleich zeigt.

Schon in der vergangenen Woche war das Bild brutal: Die Portfolios aller deutschen Robo-Advisor stürzten als Folge der Coronakrise zusammen mit den Märkten ab. Die Fintechs investieren die Kundengelder automatisiert in ETFs. Am besten schnitt noch die Comdirect ab: Das Beispielportfolio von Brokervergleich.de sank bei Cominvest nur um 6,8 Prozent.

In dieser Woche sieht das Bild noch viel düsterer aus. Das Portfolio der Comdirect liegt mittlerweile bei Minus 12,1 Prozent – und der Marktführer Scalable Capital muss sogar einen Verlust von 27,6 Prozent hinnehmen, wie nun eine neue Brokervergleich.de-Analyse zeigt. Unterdessen schichten mehrere Robo-Advisor ihre Anlagen um. Besonders Investify hat viele ETFs verkauft. Scalable Capital erhöhte seinen Bestand an „Cash/Tagesgeld“ auf zwölf Prozent.

Zur Erklärung: In einem Vergleich mit echtem Geld analysiert das Portal ein Beispielportfolio mit einem ungefähren Aktienanteil von 50 Prozent. Den Rest investieren die Anbieter in Anleihen. Wer als Anleger ein größeres Risiko eingehen will, wählt ein Portfolio mit einem höheren Aktienanteil. Das bringt in einem starken Markt mehr Rendite, fällt in der Krise aber auch stärker ab.

Zum Vergleich hat Brokervergleich ein Portfolio aus ETFs zusammengestellt (mit dem ETF MSCI World und Barclays Global Aggregate Bond). Dieses ist im Vergleichszeitraum um 17,8 Prozent gefallen. Immerhin elf Anbieter schnitten besser ab. Es zeigt sich ein weiteres Mal, dass diese Krise die große Bewährungsprobe für das Geschäftsmodell der Anlage-Startups ist – noch ist das Ende offen.

Über die Februar-Zahlen von Brokervergleich.de und die ersten Zahlen in Krisenzeiten haben wir in der vergangenen Woche ausführlich auf Finance Forward berichtet. Hinweis: Die Performance des Beispielportfolios war falsch angegeben – und wurde nachträglich korrigiert.

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