(Bild: Christian Klant)

Project Bcause: Neue Fintech-Plattform für Spenden und Impact-Investing

Exklusiv: Szeneköpfe wie der ehemalige Zalando-Chef Rubin Ritter und der Nebenan.de-Gründer Christian Vollmann finanzieren ein Fintech, das über seine Plattform Gelder für Spenden, Crowd-Projekte und Impact-Investments einsammelt – das Team dahinter ist hochkarätig. Was hat Project Bcause vor?

Schon vor Jahren setzte sich Felix Oldenburg mit einem Beraterteam von McKinsey hin, um eine Zahl für Problem zu bekommen. „Wir haben errechnet, dass verglichen mit dem Potenzial der Vermögensentwicklung in Deutschland rund 30 Milliarden Euro an Stiftungsengagement fehlen“, sagt Oldenburg. Und das, obwohl das Vermögen in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. In Deutschland gibt es rund 1,5 Millionen Millionäre.

Der 45-Jährige arbeitete zu der Zeit als Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und merkte die Probleme in seinem Alltag: „Das ganze Engagement mit Vermögen steckt in einer Krise“, auch durch die Nullzinsphase. Für eine neue Generation an potentiellen Gebern, sei das Stiftungsmodell „zu starr und veraltet“.

Mit einem hochkarätigen Team aus der Startup-Welt und NGOs baut er nun das „Project Bcause“ auf, das über eine Finanzierungsplattform wieder mehr Geld für wohltätige Zwecke mobilisieren soll. „Die neuen Geldgeber erwarten eine Auswahl an Investitionsmöglichkeiten und einen Hebel für ihren Einsatz“, sagt Oldenburg. Bislang fehle aber die Verbindung zwischen dem Spenden oder Impact-Investing, alles sei voneinander getrennt.

Aus diesem Grund holt er gleich mehrere Alternativen auf die Plattform, darunter etwa Spenden, Crowdlending und Impact-Investing. Das Fintech kooperiert mit Anbietern wie „Betterplace.org“, das auch Oldenburg leitet.

Prominente Neuzugänge

Der wichtige Faktor von Project Bcause liegt in seiner Konstruktion. „Wir nutzen Treuhand-Stiftungen, um das Geld zu verwalten“, sagt Nicole Weyde, die zuvor bei Paypal und Groupon tätig war. Es ist auf diesem Weg möglich, Geld einzuzahlen – und man erhält direkt eine Spendenbescheinigung.

Danach können die Kapitalgeber sich aussuchen, in welches Projekt sie ihr Geld stecken möchten. „Es soll irgendwann so einfach sein, wie aus seinem Depot in Aktien zu investieren“, sagt Weyde. Wenn sich das Geld vermehrt, lassen sich die Erträge wieder reinvestieren oder spenden. „Nur für den eigenen Gebrauch vermehren kann man das Geld nicht“, sagt die Managerin.

Project Bcause will auf der Plattform die Finanziers einbinden – mit rund 100 Testnutzern plant das Berliner Startup seinen Start für Februar. Bereits 650 Interessierte würden sich auf der Warteliste befinden, sagt Oldenburg. Ab einem fünfstelligen Betrag kann man einsteigen und zahle einen monatlichen Fixbetrag für die rechtliche Organisation durch Project Bcause, die bei der Untergrenze des Betrags je nach Höhe noch stärker ins Gewicht fallen würde.

Bislang lässt sich noch nicht sagen, wie viel Menschen am Ende wirklich mitmachen. Doch das Team ist erfahren, um am Ende ein gutes Tech-Produkte zu bauen. Der Chief Technology Officer Sven Tantau kommt vom Nachbarschaftsnetzwerk Nebenan.de und Timm Richter, der Produktchef von Xing. „Es ist kein Zufall, dass die beide Erfahrungen mit sozialen Netzwerken haben – auf unserer Plattform sollen sich die Menschen zu den Themen vernetzen“, sagt Oldenburg. Mit Susanna Krüger ist zusätzlich die langjährige Chefin der NGO Save the Children an Bord gekommen.

Rund 20 Investoren haben die Startphase finanziert, 2,4 Millionen Euro sind zusammengekommen. Zu den Geldgebern der Startphase gehören beispielsweise der ehemalige Zalando-Chef Rubin Ritter und der Nebenan.de-Gründer und Seriengründer Christian Vollmann, weitere Angel-Investoren sind beispielsweise Gesche Joost und Joana Breidenbach. Mit diesem Team im Hintergrund stehen die Chancen für Project Bcause nicht schlecht. Die Startphase ist optimal, denn Weihnachten und Neujahr sind die Hochsaison für Spenden.

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