Daniel Wigbers und Marie Louise Seelig haben Acatus 2016 gegründet. (Bild: PR)

Schweizer Finanzierungsanbieter Pactum übernimmt Acatus

Exklusiv: Das in die Insolvenz gerutschte Berliner Fintech Acatus wird übernommen, das Management bleibt an Bord – und der neue Eigentümer will das Wachstum ankurbeln.

Das Verbriefungs-Startup Acatus wird aus der Insolvenz gekauft, der Schweizer Finanzierungsanbieter Pactum kauft die Technologie und das kleine Team von sieben Leuten, wie der Pactum-CEO Joscha Rosenbauer mitteilt. Auch der Acatus-Gründer Daniel Wigbers bleibt an Bord.

Rosenbauer machte Karriere bei Porsche, bevor er Pactum gründete. Das Unternehmen finanziert schnellwachsende Firmen mit einem Umsatz von mehreren hundert Millionen Euro, es kauft den Firmen dabei Forderungen ab. Die Forderungen werden verbrieft – und Investoren beteiligen sich. Fünf Milliarden Euro wurden so nach eigenen Angaben abgewickelt. „Bislang konnten wir nur ab 50 Millionen Euro die Finanzierungen annehmen, mit Acatus wird es nun auch kleinteiliger möglich sein“, sagt Rosenbauer. Das Fintech hat einen Weg gefunden, Kredite einzeln zu verbriefen.

„Die Eintrittshürden in den Verbriefungsmarkt sind sehr hoch, sodass Acatus bisher viel Aufbauarbeit leisten musste“, sagt Rosenbauer.  Zudem habe die Coronakrise das Geschäft getroffen. Das Geschäft war bislang überschaubar. Nun plant Pactum seine Finanzierungen über Acatus abzuwickeln, um den Prozess günstiger und schneller zu gestalten. „Wir wollen das Unternehmen aber möglichst eigenständig in Berlin laufen lassen“, sagt  Joscha Rosenbauer. Es soll auch wieder eigenes Geschäft machen. „In der Sales-Pipeline befinden sich noch einige Projekte, die weiter mit uns zusammenarbeiten wollen.“

Das Unternehmen, das Marie Louise Seelig und Daniel Wigbers gegründet haben, war eigentlich hoffnungsvoll gestartet. Unter den Geldgebern befand sich beispielsweise der VC Partech, doch eine letzte Finanzierungsrunde scheiterte, deswegen musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Die Gründer verließ schon vorher das Unternehmen.

Zum Übernahmepreis wollte sich Rosenbauer nicht äußern. Laut Finanz-Szene.de wurde insgesamt 750.000 Euro gezahlt.

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